Wettbonus ohne Einzahlung 2026: Was hinter den Willkommensangeboten steckt
Stand: 30. Oktober 2026 — die Erlaubnisangaben wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) abgeglichen.

Ein Wettbonus ohne Einzahlung klingt nach einem Geschenk. In Deutschland ist er in aller Regel eine Rechenaufgabe mit Kleingedrucktem. Wer im Netz nach einem solchen Bonus sucht, findet fast immer ein Neukundenangebot, das an eine erste Einzahlung oder an eine qualifizierende Wette geknüpft ist — und selbst die Gratiswette, die ohne Geldeinsatz auskommt, zahlt ihren eigenen Einsatz nicht mit aus. Dazu kommt eine Regel, die kein Anbieter umgehen kann: Nur Veranstalter mit deutscher Erlaubnis dürfen Wetten anbieten. Jede Zahl und jede Bedingung eines Bonus stammt dagegen aus dem Vertragswerk des jeweiligen Anbieters, denn der Glücksspielstaatsvertrag setzt dafür keine Obergrenze.
Der praktische Weg zu einem Bonus teilt sich in drei Bahnen. Die eine kostet kein Geld, verlangt aber eine Registrierung mit Verifizierung. Die zweite verlangt eine erste Einzahlung und gibt den Bonus erst nach Umsatz frei. Die dritte gibt den Bonus nur auf eine Wette mit Mindestquote und knallt zum Schluss eine Frist daran. Wer weiß, welche Bahn zu seinem Budget passt, entscheidet besser als der, der auf die höchste Zahl auf dem Werbebanner schaut.
Was ein Wettbonus ohne Einzahlung im Kern ist
Die Frage beginnt nicht beim Bonus, sondern beim Begriff. Zwei Dinge, die im Alltag oft durcheinandergehen, sind Vertragsformen mit sehr unterschiedlichen Folgen.

Eine Gratiswette — je nach Anbieter auch Freebet oder Freiwette genannt — ist ein Guthaben, das für einen Wettschein eingesetzt wird, ohne dass der Spieler eigenes Geld darauf legt. Der Haken steckt in der Auszahlung: Fällt die Wette ein, wird der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt. Ein Freebet über 25 € auf eine Quote von 2,00 bringt also nicht 50 €, sondern 25 € aufs Konto. Der Einsatz der Gratiswette ist geliehener Spielraum, kein Geld.
Ein Wettbonus im engeren Sinn ist ein Guthaben, das mit Bedingungen belastet ist. Der Spieler bekommt es, muss es aber erst freispielen. Wie lange das dauert, hängt an drei Größen, die in den Bedingungen praktisch immer gemeinsam auftreten:
- die Umsatzbedingung: das Mehrfache des Bonusbetrags — oder von Bonus plus Einzahlung —, das vor einer Auszahlung in Wetten fließen muss;
- die Mindestquote: die niedrigste Dezimalquote, mit der eine Wette zum Umsatz zählt;
- die Frist: der Zeitraum, nach dem ein nicht erfüllter Bonus verfällt.
Was „ohne Einzahlung“ praktisch bedeutet
Ohne Einzahlung heißt: Der Anbieter schreibt Guthaben gut, bevor Geld geflossen ist. Der Spieler kann damit wetten, aber nicht sofort auszahlen. Zwei Bedingungen begleiten diese Variante fast immer.
Erstens die Verifizierung. Wer sein Konto vor der Identitätsprüfung freischaltet, darf nach den Vorgaben des GlüStV höchstens 72 Stunden spielen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne jede Auszahlung. Ein Bonus, der vor der Verifizierung gewährt wird, ist bis dahin Sperrguthaben. Das Muster kennt jeder, der sich bei Tipwin angemeldet hat: Dort erhalten nur verifizierte Konten den Willkommensbonus. Wer vor der Verifizierung einzahlt, kann ihn erst mit der nächsten Einzahlung beanspruchen.
Zweitens die Auszahlungssperre bei offenem Umsatz. Bei Tipwin sind Auszahlungen erst nach Erfüllung der Umsatzbedingungen des Willkommensbonus möglich, wenn bei einer weiteren Einzahlung noch ein Restguthaben von mehr als 1 € auf dem Konto liegt; für die Auszahlung müssen zudem alle gespielten Ereignisse abgeschlossen sein. Der Bonus parkt Geld, das sonst schon unterwegs wäre.
Genau hier liegt auch die Antwort auf eine verbreitete Erwartung. Ein Wettbonus ohne Zeitlimit existiert nicht. Selbst Angebote, die im Kleingedruckten keine Frist nennen, binden den Bonus an den Umsatz, und jedes Guthaben ohne Umsatz bleibt bis zur Prüfung liegen. Winamax schreibt zu seinem Willkommensangebot ausdrücklich, dass weitere zeitliche Bedingungen nicht bestehen — die Umsatzbedingung auf die Einzahlung bleibt trotzdem.
Umsatzbedingungen: die eigentliche Rechnung
Umsatz ist der Betrag, der in Wetten fließen muss, bevor aus Bonusgeld echtes Geld wird. Die Formel ist einfach: erforderlicher Umsatz = Bonusbasis × Umsatzfaktor, und die Zahl der nötigen Wetten ergibt sich aus dem Umsatz geteilt durch den Einsatz je Wette. Nur Wetten ab der Mindestquote zählen mit.
Ein Beispiel in der Größenordnung, die deutsche Anbieter tatsächlich fahren: Wer einen Bonus von 100 € mit einem Umsatzfaktor von 5 umsetzen muss, hat 500 € in Wetten zu bewegen. Bei 10 € je Wettschein sind das 50 Wetten. Klingt machbar, bis die Mindestquote dazukommt: Bei einer Vorgabe von 1,70 ist die Kombiwette auf drei Außenseiter ausgeschlossen, und bei extremen Favoriten wäre der Umsatz mit Verlusten bezahlt.
Bemerkenswert ist dabei, was der GlüStV nicht regelt. Es gibt keine gesetzliche Obergrenze für Boni, keinen vorgeschriebenen Umsatzfaktor und keine vorgeschriebene Mindestquote. Der Gesetzgeber hält sich aus der Bonushöhe heraus. Das ist beruhigend und anstrengend zugleich: Kein Anbieter kann sich auf eine Obergrenze berufen, aber auch keiner auf eine Untergrenze. Die Bedingungen gehören in jedes Urteil über ein Angebot, und sie stehen in den Teilnahmebedingungen des Anbieters, nicht in einem Gesetzbuch.
Ein Referenzwert statt eines Werbeversprechens
Die Zahl auf dem Banner sagt nichts über den Wert des Bonus. Rechnen lässt sich nur die Freebet-Variante, weil bei ihr eine feste Größe im Spiel ist: Der Einsatz wird nicht ausgezahlt.
Für eine Gratiswette von 10 € auf einem Markt mit zwei Ausgängen zu je 1,90 ergibt sich folgendes Bild. Der Payout-Anteil dieses Marktes beträgt 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90), also etwa 95 %. Der Wert der Gratiswette liegt damit bei etwa 10 € × (1,90 − 1) ÷ 1,90 × 0,95, also bei rund 4,50 €. Die Bandbreite ist das Entscheidende an dieser Zahl: Bei einer Quote von 1,50 fällt sie auf etwa 3 €, bei einer Quote von 3,00 steigt sie auf etwa 6,30 € — der höhere Wert erkauft sich mit einer deutlich geringeren Trefferwahrscheinlichkeit. Der Payout-Anteil von rund 95 % ist ein Rechenbeispiel an einem Zwei-Weg-Markt mit gleichen Quoten; auf dem 1X2-Markt eines Fußballspiels ist die Marge typischerweise größer, der Wert der Gratiswette entsprechend niedriger.
Die Rechnung gilt für einen angenommenen Markt, nicht für ein konkretes Angebot, und sie ist ein Durchschnittswert über viele Wetten — kein Versprechen für die eine Wette, die der Leser platziert. Der Begriff „riskant“ trifft es besser als „großzügig“.
Welche Wege ein Anbieter anbietet
Angebote unterscheiden sich weniger in der Höhe als in der Konstruktion. Vier Muster decken fast alles ab, was deutsche Lizenznehmer Neukunden anbieten.
Der Gratisweg mit Registrierungsbindung. Der Bonus kommt ohne Einzahlung, aber nur für einen eng umrissenen Personenkreis und nur in einem schmalen Zeitfenster. bet-at-home bot eine 10-€-Gratiswette auf „Sieger der FIFA WM 2026“ für Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland, die sich ab dem 09.06.2026 über den Promotion-Link registrierten; die Wette musste bis zum 28.06.2026 um 18:00 Uhr platziert werden, Gewinne daraus unterlagen keinen Umsatzbedingungen. Das ist der sauberste Bonus-Typ, den es in Deutschland gibt — und der seltenste. Aktion beendet, Zeitfenster zu.
Der Einzahlungsbonus mit Umsatz. Der Standard. Tipwin gibt 100 % der Einzahlung bis höchstens 100 €; Einzahlung und Bonus zusammen müssen vor einer Auszahlung mindestens siebenmal in Sport- und Livewetten eingesetzt werden, je Wettschein zählen höchstens 100 € und nur Wettscheine mit einer Quote von mindestens 1,80. bpremium verlangt das Fünffache des Bonusbetrags und das Fünffache der zugehörigen Einzahlung bei Dezimalquoten ab 1,7; Angebote sind, sofern nicht anders angegeben, nur einmal nutzbar.
Der Bonus mit Teilauszahlung. Wettstar schreibt 20 € nach der Anmeldung gut und legt einen Einzahlungsbonus von 100 % bis höchstens 20 € bei einer Mindesteinzahlung von 1 € dazu, macht zusammen bis zu 40 €. Beide Bonusbeträge sind nicht auszahlbar, und der Bonus muss vor einer Auszahlung mindestens fünfmal für Wetten eingesetzt werden, und zwar innerhalb von 60 Tagen; danach verfällt der Betrag. Das Angebot gilt nur für Personen ohne bestehendes Wettstar-Konto.
Der Einzahlungsbonus mit Sonderweg für Kombiwetten. MERKUR BETS bot Neukunden laut Mitteilung vom 14.10.2024 bei einer Ersteinzahlung ab 1 € eine Freebet über 25 €; verliert die erste qualifizierende Kombiwette, wird der Einsatz bis 75 € als Freebet erstattet, sofern vor der Wette die Option „Neukunden-JokerBet“ gewählt wurde.
Für Bestandskunden sieht es dünner aus. Der MERKUR BETS CLUB schüttete für Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 € am Montag der Folgewoche eine Freebet über 5 € aus; die Aktion lief vom 09.06.2025 bis 14.07.2025. Fünf Euro gegen mindestens 25 € Wocheneinsatz — ein Bestandskundenbonus ist eine Rabattmarke, kein Willkommensgeschenk.
Der Gratisweg ist also nicht verschwunden, aber er wird seltener und enger. Wer heute sucht, findet mehr Einzahlungswege als Null-Euro-Wege, und die Null-Euro-Wege hängen an Registrierung, Wohnsitz und einem Termin.
Der Vergleich: zehn Anbieter mit deutscher Erlaubnis
Zehn Marken stehen hier nebeneinander, und alle zehn haben etwas gemeinsam, das auf den ersten Blick unspektakulär wirkt und den Vergleich überhaupt erst sinnvoll macht: Sie halten alle eine Whitelist-Erlaubnis der GGL. Der Grund ist nicht die Vollständigkeit, sondern die Rechtssicherheit. Für den Bonus bedeutet das nichts Gutes und nichts Schlechtes — Bonushöhe, Umsatz und Mindestquote sind Sache des Anbieters. Es bedeutet aber, dass im Streitfall deutsches Recht greift, dass Einzahlungslimits, OASIS und LUGAS mitspielen und dass die Auszahlung auf ein Konto im eigenen Namen läuft.
Die Spalte mit dem Erlaubnisdatum liest sich langsamer, als sie aussieht. Ein First-Datum im Jahr 2020 steht für die erste Welle nach dem Start des neuen Regimes, ein Datum aus 2026 für einen späten Neuzugang — beide bedeuten dasselbe, nämlich eine laufende Erlaubnis. Die Liste der GGL führt keine Enddaten, und eine Erst-Erlaubnis läuft fünf Jahre. Ein Datum ist also kein Ablaufdatum und keine Note.
| Anbieter | Inhaber der Erlaubnis (Whitelist) | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| Wettarena | I.B.C. Sportsbetting Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022 |
| Interwetten | Interwetten Gaming Limited | 02.11.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022 |
| Tipico | Tipico Co. Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 09.12.2022 |
| bet365 | Hillside (Europe) ENC | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022 |
| Bet3000 | I.B.C. Sportsbetting Limited | 22.04.2026 |
| Sportingbet | Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022 |
| ODDSET | Oddset Sportwetten GmbH | 18.11.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022 |
| bpremium | Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022 |
| LeoVegas | LVSports Limited | 21.10.2024 |
| MERKUR BETS | Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 |
Interessant ist die Verteilung der Inhaber. Hinter zwei der zehn Marken — Wettarena und Bet3000 — steht dieselbe Gesellschaft, die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema auf Malta. Für den Bonus hat das eine praktische Folge: Wer bei beiden Marken einen Neukundenbonus nutzt, nutzt ihn bei zwei getrennt geführten Konten desselben Veranstalters. Ob ein Angebot deshalb als einmalig je Haushalt zählt, steht in den Teilnahmebedingungen des jeweiligen Angebots und nicht in dieser Tabelle.
Was die Tabelle nicht leistet: Sie vergleicht keine Bonushöhen, weil ein Erlaubnisdatum kein Angebot ist. Und sie sagt nichts über Auszahlungsquoten, weil die GGL keine Quoten veröffentlicht. Wer zwei Anbieter für dieselbe Wette gegenüberstellen will, muss selbst auf den Wettschein schauen — die Marge steckt im Preis, nicht in der Liste.
Einordnung: Was die Zahlen aus dem Bonus machen
Eine Zahl auf einem Banner ist ein Angebot. Eine Zahl nach dem Durchrechnen ist eine Erwartung. Zwischen beiden liegt der ganze Wert dieser Seite.
Bonusbetrag, Bonuswert, Bonuslast
Der Bonusbetrag ist die Zahl, die der Anbieter nennt. Der Bonuswert ist das, was davon nach Umsatz, Mindestquote und Frist übrig bleibt. Die Bonuslast ist das, was der Spieler an Zeit und Spielraum investieren muss, um überhaupt dorthin zu kommen. Drei Begriffe, ein Angebot — und die Reihenfolge, in der ein Anbieter sie nennt, ist kein Zufall.
Der Umsatzfaktor ist der Hebel. Siebenmal Einzahlung plus Bonus bei Tipwin ergibt bei einer Einzahlung von 100 € einen Umsatz von 1.400 €. Beim Fünffachen von Bonus und Einzahlung bei bpremium sind es bei 100 € Bonus und 100 € Einzahlung 1.000 €. Die Beträge liegen dicht beieinander, und beide sind erst dann interessant, wenn man den zweiten Faktor dazunimmt: die Mindestquote. Bei Tipwin liegt sie bei 1,80, bei bpremium bei 1,7. Je höher die Mindestquote, desto weniger lässt sich der Umsatz mit Favoritenwetten abwickeln, desto mehr riskiert der Spieler je Wettschein — und desto wahrscheinlicher endet der Umsatz vor dem letzten Wettschein.
Bei Freebets ist die Analyse kürzer. Winamax verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets; die Einzahlung selbst muss zur Auszahlung einmal umgesetzt werden, mit einer Obergrenze der Umsetzung von 100 € und bei einer Mindestquote von 1,05. Cashout-Wetten und stornierte Wetten zählen nicht zur Umsetzung der Einzahlung. Weitere zeitliche Bedingungen bestehen laut Winamax nicht. Das Angebot gilt einmal pro Kunde, IP-Adresse, Gerät, Haushalt und Bankkarte oder Bankkonto.
Bet365 bewirbt für Neukunden „bis zu 100 € in Wett-Credits“; die Wett-Credits werden nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung freigegeben, und Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht. Wer die beiden Angebote nebeneinanderlegt, sieht einen Unterschied in der Konstruktion, nicht in der Höhe: Bei Winamax ist der Bonus eine Freebet ohne eigene Umsatzlast, bei bet365 ein Guthaben, das nach der Abrechnung qualifizierender Wetten entsteht. Das eine verlangt vor allem eine Einzahlung, das andere vor allem Aktivität mit eigenem Geld.
Wo die Zahl eine andere Zahl schlägt
Ein hoher Bonus mit hohem Mindestquote ist in der Praxis weniger wert als ein halber Bonus mit niedriger Hürde. Das ist die Kernbeobachtung dieses Vergleichs, und sie lässt sich an zwei Größen festmachen.
Erstens an der Kombination aus Umsatzfaktor und Mindestquote. Ein Umsatz von 1.400 € bei Mindestquote 1,80 zwingt zu Wettscheinen, die einzeln ins Geld gehen. Wer den Umsatz in 20 Wetten zu 70 € abwickeln will, braucht 20 Wetten, die den Wert halten — und jede einzelne kann verloren gehen. Der Bonus zahlt am Ende nur, wenn bis dahin davon etwas übrig ist.
Zweitens an der Frist. Wettstar gibt 60 Tage für den fünffachen Umsatz und streicht den Rest danach. Ein Fristablauf ist keine Nebensächlichkeit, sondern der wahrscheinlichste Weg, einen Bonus zu verlieren: nicht durch eine schlechte Wette, sondern durch einen vollen Kalender. Wer nur am Wochenende wettet, plant mit dieser Zahl, nicht mit der Bonusstaffel.
Drittens an der Auszahlungssperre. Bei Tipwin bleiben Auszahlungen blockiert, solange Restguthaben und offener Umsatz zusammenkommen. Der Bonus bindet also nicht nur das Guthaben, sondern den Zugriff auf das gesamte Konto.
Der Effekt der Steuer auf jedes Angebot
Auf Sportwetten liegt die Sportwettensteuer nach §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes bei 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“. Umgerechnet auf den eingezahlten Betrag sind das rund 5,03 %. Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Spieler. Ob und wie ein Anbieter sie weitergibt, steht in seinen eigenen Bedingungen — deshalb gibt es auf dieser Seite keine Zahl, die für alle gilt.
Die Steuer hat eine Nebenwirkung, die über den Bonus hinausgeht: Weil sie auch unerlaubte Anbieter trifft, ist eine gezahlte Steuer kein Nachweis einer Erlaubnis. Sie ist auch kein Warnsignal für einen Betrug, sondern eine Steuer. Wer prüfen will, ob ein Anbieter in Deutschland zugelassen ist, schaut in die Whitelist der GGL — nicht auf eine Rechnung.
Was „ohne Einzahlung“ für den Leser kostet
Bleibt eine Rechnung, die niemand auf den Banner druckt: Wer einen Bonus ohne Einzahlung nutzt, bindet sich an einen Anbieter, bei dem er sich vollständig verifizieren muss, über ein Konto im eigenen Namen verfügt und dessen Limits über LUGAS gegen ein bundesweites Monatslimit von 1.000 € zählen. Der Bonus ist nicht kostenlos, sondern in ein Regelwerk eingebettet, das dem Spielenden Schutz verspricht und dem Bonus sein Aussehen nimmt.
Für jemanden, der einfach mal 10 € setzen will, ist das ein fairer Tausch. Für jemanden, der an einen Bonus ohne Bedingungen glaubt, ist es ein Irrtum, den die Werbung weiter nährt.
Rechtslage: Wer in Deutschland Wetten anbieten darf
Der Rechtsrahmen ist kurz und eindeutig. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021, verlangt für das Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet eine Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV. Erteilt wird sie von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder in Halle (Saale), die auch beaufsichtigt und Bußgelder verhängt. Die Steuer ist Sache des Finanzamts, nicht der GGL.

Der einzige belastbare Lichttest ist die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Der Stand vom 2. Oktober 2026 enthält 30 Einträge: 27 Inhaber mit einer Erlaubnis für Sportwetten, davon zwei zusätzlich für Pferdewetten, und drei Inhaber ausschließlich für Pferdewetten. Alle gelisteten Domains enden auf .de — was nichts beweist, denn eine .de-Adresse allein über eine Erlaubnis sagt gar nichts. Nur die Domain, die unter der Sporterlaubnis geführt wird, darf Sportwetten annehmen; Slots-, Poker- oder Casino-Erlaubnisse desselben Inhabers sind andere Erlaubnisse mit anderen Regeln.
Was gewettet werden darf und was nicht
Erlaubt sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Ereignisse innerhalb des Geschehens, als Einzel- oder Kombiwette nach § 21 Abs. 1 GlüStV — und nur Spielarten, die die GGL im Sportwettprogramm zugelassen hat (§ 21 Abs. 5).
Für Livewetten gilt § 21 Abs. 4, und die Regel ist enger, als der Markt aussieht: Während eines laufenden Ereignisses darf nur auf den Endergebnis und auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente in Sportarten gesetzt werden, in denen solche Ereignisse selten sind. Das nächste Tor im Fußball ist erlaubt, der nächste Satz im Tennis auch. Der nächste Punkt im Tennis und der nächste Korb im Basketball sind es nicht. Wer sich über ein dünnes Live-Angebot bei einem deutschen Anbieter wundert, liest hier den Grund.
Nicht erlaubt sind Wetten auf Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure beteiligt sind — in der Praxis der GGL zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich —, manipulationsanfällige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung (§ 21 Abs. 1a). Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind unzulässig. Zu E-Sport stellt die GGL fest, dass Wetten darauf nicht möglich sind, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt ist; ein erlaubtes E-Sport-Wetting gibt es in Deutschland nicht. Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt.
Cash Out ist etwas anderes als eine Livewette, und es gibt dazu keine gesetzliche oder behördliche Regel. Die vorzeitige Beendigung einer Wette ist eine Funktion des jeweiligen Anbieters, und die Bedingungen dafür stehen in seinen Spielregeln. Interwetten kann Cash-Out-Angebote laut seinen Sportsbook-Regeln ohne vorherige Ankündigung widerrufen oder deaktivieren, und für Freebets und Bonusgeld ist Cash-Out nicht verfügbar. Sportingbet erlaubt Cash Out nur bei Einzel- und Kombiwetten, nicht bei Systemwetten und nicht bei als FreeBet abgeschlossenen Wetten; der Betrag richtet sich nach den aktuellen Quoten und wird erst nach Wettauswertung gutgeschrieben. Winamax erlaubt die vollständige oder teilweise vorzeitige Beendigung von Einzel-, Kombi- und MyMatch-Wetten, nicht aber bei Torschützenwetten, Systemwetten, Langzeitwetten und mit Freebets platzierten Wetten; ausgezahlt wird der Betrag erst, nachdem alle Auswahlen der Wette beendet sind. Ein Bonus ohne Cash-Out ist ein Guthaben mit angezogener Handbremse.
Boni und Werbung: keine Obergrenze, viele Regeln
Beim Bonus hört die Regulierung auf, bevor sie angefangen hat. Der GlüStV enthält keine Klausel, die einen Sportwettenbonus festsetzt oder begrenzt. Beträge, Umsatzbedingungen und Mindestquoten stammen ausschließlich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Wer auf eine gesetzliche Fairness-Untergrenze hofft, wartet auf etwas, das nicht kommt.
Bei der Werbung greift der Staat dagegen deutlich zu. Nur Erlaubnisinhaber dürfen werben (§ 5 Abs. 7). Das Verbot von 6:00 bis 21:00 Uhr beschränkt sich auf virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele — Sportwetten sind davon nicht erfasst. Für Sportwetten gelten andere Grenzen: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während seiner Live-Übertragung im selben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3 und 6).
Der Begriff „seriöser Wettbonus“ hat damit einen Adressaten, der nicht der Anbieter ist. Seriös ist ein Angebot, dessen Bedingungen vollständig auffindbar sind, und unseriös ist eine Zahl, deren Frist nirgends steht.
Ohne Erlaubnis: was ein ausländischer Anbieter in Deutschland ist
Wer ohne deutsche Erlaubnis Sportwetten an Menschen in Deutschland anbietet, veranstaltet unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Eine Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Lizenz hat in Deutschland keine Bedeutung, und die GGL warnt Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten. Am 17. September 2026 nannte sie in diesem Zusammenhang namentlich Platincasino.
Die GGL warnt Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten, und am 17. September 2026 nannte sie namentlich Platincasino.
Die Strafbarkeit ist die des Veranstalters. Nach § 284 StGB steht auf das Veranstalten unerlaubten Glücksspiels bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe, auf die Werbung dafür bis zu einem Jahr. Die Teilnahme nach § 285 StGB ist mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bedroht. Verfolgungen einzelner Spielerinnen und Spieler sind nicht belegt — das ist weder ein Freibrief noch ein Grund zur Dramatisierung.
Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verurteilt. Die Rechtsfrage liegt inzwischen beim Europäischen Gerichtshof: Der Bundesgerichtshof legte ihm am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) hält Generalanwalt Nicholas Emiliou es grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Ein Urteil ist das nicht, und ein Rückzahlungsanspruch für den einzelnen Leser schon gar nicht.
Ehrlich zusammengefasst: Kein deutscher Veranstalter darf Wetten anbieten, ohne auf der Whitelist zu stehen. Wer dort steht, bietet Rechtssicherheit und Spielerschutz — innerhalb eines engen Rahmens aus 1.000-€-Monatslimit, eingeschränkten Live-Märkten, vollständiger Verifizierung und Zahlungen ausschließlich über ein Konto im eigenen Namen. Wer außerhalb steht, bietet höhere Limits und weniger Regeln, aber auch keinen OASIS- oder LUGAS-Anschluss, keine deutschen Aufsichtswege und im Streitfall die Frage, ob der Vertrag überhaupt wirksam war.
Spielerschutz: warum ein Bonus kein Spielgeld ist
Bonusguthaben fühlt sich an wie ein Guthaben aus einer anderen Welt. Rechtlich ist es dasselbe Konto. Alle Schutzmechanismen des GlüStV greifen deshalb unabhängig davon, ob der Einsatz aus einer Einzahlung, einer Freebet oder aus Bonusgeld stammt.
Wer spielen darf und wie das Konto aussieht
Die Teilnahme ist ab 18 Jahren möglich (§ 4 Abs. 3). Pro Anbieter ist ein Konto vorgesehen, und es ist vollständig zu verifizieren (§ 6a). Vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spielzeit gewähren, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Das ist der Grund, warum ein Bonus vor der Prüfung nur auf dem Bildschirm existiert.
Die Zahlung selbst ist reglementiert. Einzahlungen sind nach § 6b Abs. 4 nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut möglich; anonyme Zahlungsmittel sind nicht erlaubt. Genau dieser Mechanismus hält Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Karten aus dem erlaubten deutschen Sportwetten heraus. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht in seinen Bedingungen. Bei Betway liegt die Mindesteinzahlung per Skrill bei 5 €, die Mindestauszahlung bei 10 €; Skrill-Auszahlungen sind gebührenfrei und werden in der Regel innerhalb von 24 Stunden freigegeben, wobei Einzahlungen per Skrill nur für die Willkommens-Freiwette qualifizieren, nicht für den Einzahlungsbonus. Bei Trustly liegt die Mindesteinzahlung ebenfalls bei 5 €, die Mindestauszahlung bei 10 €, und ausgezahlt wird nur Guthaben ohne offene Bonus-Umsatzbedingung, auf ein Bankkonto auf den Namen des Kunden und nach vorheriger Trustly-Einzahlung.
Der letzte Punkt verdient einen zweiten Blick. Zahlungsart und Bonusart hängen zusammen: Wer per Skrill einzahlt, bekommt bei Betway die Freiwette, aber nicht den Einzahlungsbonus. Die Wahl des Zahlungswegs entscheidet also mit darüber, welches Angebot überhaupt entsteht.
Limits, Register, Pausenbutton
Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 beträgt standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, kann für eine einzelne Person ein höheres Limit festsetzen — bis 10.000 €, in Ausnahmefällen 10.000 bis 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spielenden —, aber nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit; eine Selbstauskunft reicht nicht. Eine Absenkung gilt sofort, eine Anhebung erst nach sieben Tagen. Das parallele Spielen bei mehreren Anbietern ist nach § 6h GlüStV über die Aktivitätsdatei untersagt.
Ein Bonus darf nicht zu höheren Einsätzen verleiten, und die Regeln sorgen dafür, dass er es schwer hat. LUGAS kennt keine Bonuszahl, sondern nur den Monatsbetrag über alle Anbieter. Wer wegen eines Bonus bei einem zweiten Anbieter ein Konto eröffnet, muss diesen zweiten Anbieter in sein Monatslimit einrechnen. Bei der Standardgrenze von 1.000 € ist das für die meisten Leser keine Einschränkung, für manche aber die relevante Zahl des ganzen Vergleichs.
OASIS ist das bundesweite Sperrsystem nach §§ 8, 8a GlüStV und wird bei Registrierung und bei jedem Login abgefragt. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spielende einen Zeitraum nennt, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige Sperre von 24 Stunden aus. Wichtig für die Einordnung ausländischer Angebote: Sie sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen. Wer dort spielt, spielt ohne diese Netze.
Die Spieler, die die GGL im Blick hat, heißen in ihren Texten Spielende. Die Regeln klingen technisch, und das sind sie auch. Genau darin liegt ihr Wert: Sie greifen unabhängig davon, ob ein Boni-Versprechen im Hintergrund läuft.
Wann ein Bonus teuer wird
Ein Bonus kann kein Geld kosten, aber Spielraum kosten. Der gefährliche Fall ist nicht der verlorene Bonus, sondern die Drehung: Der Umsatz muss erfüllt werden, also werden Einsätze erhöht, dann erhöht sich der Einsatz noch einmal, bis der Bonus weniger wert ist als der Weg dorthin.
Drei Regeln dämpfen das, und sie stehen in den Bedingungen, nicht in einem Gesetz. Die Frist wird vor dem ersten Wettschein geprüft, nicht am letzten Tag. Die Mindestquote wird vor dem ersten Wettschein geprüft, weil sie die Auswahl der Wetten bestimmt. Und das Monatslimit nach § 6c Abs. 1 wird vor der Registrierung geprüft, weil es unabhängig von jedem Bonus gilt.
Der Spielende, der diese drei Zahlen kennt, ist der Spielende, für den ein Bonus funktioniert. Alle anderen zahlen ihn mit Verlusten.
Wo Hilfe hängt
Die Spielersperre über OASIS ist der härteste Hebel und funktioniert bundesweit; die Sperre gilt bei allen erlaubten Anbietern, nicht nur bei dem, der sie ausgelöst hat. Das Einzahlungslimit über LUGAS lässt sich jederzeit senken und wirkt sofort. Wer merkt, dass ein Bonus ihn zu Einsätzen treibt, die er nicht geplant hat, senkt zuerst das Limit und nicht den Einsatz.
Die Wirksamkeit dieser Instrumente steht und fällt mit der Erlaubnis. Sie hängen an der Whitelist — und deshalb ist die Whitelist für einen Bonus relevanter als die Zahl auf dem Werbebanner.
Die Anbieter im Einzelnen
Zehn Marken, alle mit einer Sporterlaubnis auf der Whitelist, jede mit eigenem Profil. Die Reihenfolge folgt keiner Rangfolge, sondern der Prüfung der Erlaubnisse in der Liste der GGL.
Wettarena: der stille zweite Auftritt der I.B.C.
Hinter der Marke Wettarena steht laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in 20, Lyons Range Court Flat Nru.1, Triq Bisazza, Sliema SLM 1640, Malta. Auf der Whitelist führt sie für die Domain Wettarena eine Sporterlaubnis mit Erstdatum 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 15.12.2022 — dieselbe Gesellschaft, die auch hinter Bet3000 steht.
Diese Doppelrolle ist das Erzählenswerte an Wettarena. Ein Leser, der sich bei beiden Marken anmeldet, wird zweimal als Neukunde begrüßt, obwohl ein Veranstalter dahintersteht. Ob ein Bonusangebot deshalb pro Person oder pro Haushalt nur einmal greift, klärt die jeweilige Aktion. Wer bei Wettarena anfängt, sollte deshalb wissen, dass die zweite Marke desselben Veranstalters nicht die zweite Chance ist, sondern dieselbe Tür mit anderem Schild.
Interwetten: Cash-Out mit Aus-Knopf
Interwetten hält seine Sporterlaubnis seit dem 02.11.2020, mit Folgeerlaubnis vom 27.12.2022; Inhaber ist die Interwetten Gaming Limited. Auffällig ist der Umgang mit Cash Out: Laut den Sportsbook-Regeln kann Interwetten Cash-Out-Angebote ohne vorherige Ankündigung widerrufen oder deaktivieren, und für Freebets und Bonusgeld ist Cash-Out nicht verfügbar.
Das ist ein Satz mit Sprengkraft für jeden Bonusplaner. Wer den Bonusweg über Interwetten wählt, plant eine Wette ohne Notausstieg, solange Bonusgeld im Spiel ist. Die Regel ist nicht unfair, aber sie verändert die Kalkulation: Ein Umsatz, der ohne vorzeitigen Ausstieg erfüllt werden muss, braucht eine andere Wette als einer, bei dem jederzeit verkauft werden kann. Wer Cash Out als Teil seiner Strategie versteht, nimmt bei Bonuswetten Abschied davon.
Tipico: Anbieter mit Rückzahlungsverfahren
Die Tipico Co. Ltd. hat ihren Sitz im Portomaso Business Tower in San Ġiljan auf Malta und wurde 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik und Mladen Pavlovic gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle gegründet. Auf der Whitelist steht sie mit dem Halter Tipico Co. Limited, Erstdatum 09.10.2020, Folgeerlaubnis 09.12.2022.
Der Name Tipico taucht in dieser Liste in einem Zusammenhang auf, der nicht auf der Bonusseite liegt: Vor dem Bundesgerichtshof verlangt ein Kläger mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück, und die Frage nach der Rückzahlungspflicht bei nicht erlaubten Angeboten liegt beim EuGH. Für die Bewertung des Anbieters ist das kein Bonusargument, sondern ein Hinweis darauf, dass die Bonusfrage in Deutschland von einer größeren Rechtsfrage überlagert wird: Welche Verträge überhaupt wirksam sind, entscheidet sich nicht am Wettschein, sondern irgendwann am Gericht. Wer heute abschließt, wettet auf ein Regelwerk, das noch in Bewegung ist.
bet365: Guthaben, das Aktivität verlangt
Bet365 wird auf der Whitelist unter der Hillside (Europe) ENC geführt, mit Sporterlaubnis seit dem 09.10.2020 und Folgeerlaubnis vom 27.12.2022. Das Neukundenangebot auf bet365 verspricht „bis zu 100 € in Wett-Credits“; freigegeben werden die Wett-Credits nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung, und Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht.
Das ist ein anderer Mechanismus als bei einer klassischen Freebet. Der Kunde bekommt das Guthaben nicht am ersten Tag, sondern Stück für Stück, während er mit eigenem Geld wettet. „Bis zu 100 €“ ist damit eine Zielmarke, keine Gutschrift. Wer das Angebot annimmt, verpflichtet sich zu einer Reihe von Wetten, bevor der Bonus vollständig existiert — eine Konstruktion, die den Anbieter vor Karteileichen schützt und dem Kunden Geduld abverlangt.
Auf der Produktseite ist bet365 breit aufgestellt: Die Hilfezentren beschreiben den Wetten-Konfigurator, den Gewinn-Boost, Cash Out, „Einwechslung+“ — eine Spielerwette läuft bei einer Auswechslung weiter — und „Wette teilen“. Für Kombiwetten gibt es einen Boost für den Wetten-Konfigurator ab drei Auswahlen und kombinierten Quoten von 2,00 oder höher sowie einen Gewinn-Boost, dessen Prozentsatz von der Zahl der Auswahlen abhängt. Dass ein Anbieter Zusatzfunktionen dieser Art dokumentiert und nicht nur bewirbt, ist das belastbarere Verkaufsargument — nachprüfbar in der eigenen Hilfe statt in einem Slogan.
Bet3000: später Einstieg in die Liste
Bet3000 firmiert auf der Whitelist unter der I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Lyons Range Court, Flat Nr. 1, Triq Bisazza, SLM 1640, Sliema, Malta, mit Erstdatum 22. April 2026.
Ein Erlaubnisdatum aus dem Jahr 2026 ist in dieser Tabelle der Ausreißer, und es sagt etwas über das Angebot: Wer so spät gelistet wurde, hat keinen über Jahre gewachsenen Bestand an deutschen Bonusaktionen hinter sich. Das erste Erlaubnisjahr ist kein Qualitätsurteil — es ist ein Hinweis darauf, wie lange der Anbieter unter deutscher Aufsicht im Markt steht. Der Whitelist-Eintrag nennt keine Enddaten, und eine Erstlaufzeit beträgt fünf Jahre; das Datum markiert also einen Anfang, kein Ablaufdatum.
Sportingbet: Cash-Out nur im Regelfall
Sportingbet steht mit dem Halter Sportingbet (Deutschland) Limited auf der Whitelist, Sporterlaubnis seit dem 09.10.2020, Folgeerlaubnis vom 21.12.2022. Bei Cash Out gilt eine klare Eingrenzung: möglich nur bei Einzel- und Kombiwetten, nicht bei Systemwetten und nicht bei als FreeBet abgeschlossenen Wetten; der Betrag richtet sich nach den aktuellen Quoten und wird erst nach Wettauswertung gutgeschrieben.
Interessant ist der zweite Satz dieser Regel. Ausgezahlt wird erst nach Wettauswertung — der angezeigte Betrag ist also ein Versprechen, keine Gutschrift. Wer Cash Out als Liquiditätslösung betrachtet, sollte wissen, dass die Auszahlung an denselben Prozess gebunden ist wie die Wette selbst. Die Bedingung kostet nichts, aber sie verschiebt Zeitpunkte.
ODDSET: Erlaubnis aus Darmstadt, veröffentlichte Zahlen
Die ODDSET Sportwetten GmbH hat die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb vom Regierungspräsidium Darmstadt mit Bescheid vom 15.12.2022 erhalten; Aufsichtsbehörde ist die GGL mit Sitz am Hansering 15 in Halle (Saale). Auf der Whitelist steht ODDSET mit Erstdatum 18.11.2020 und Folgeerlaubnis vom 15.12.2022.
ODDSET ist in dieser Runde der Anbieter, bei dem sich die Anbieterrolle am klarsten aus dem Papier lesen lässt: ein Bescheid, eine Aufsichtsbehörde, ein Datum. Über Bonusbedingungen sagt das zunächst nichts — und ein Angebot ohne ausgewiesene Bedingungen bleibt ein Angebot ohne Wertaussage. Wer den Anbieter prüft, prüft das Wettprogramm, nicht das Werbeposter.
bpremium: Umsatz auf Bonus und Einzahlung
bpremium wird auf der Whitelist unter der Ladbrokes (Deutschland) Limited geführt, mit Sporterlaubnis seit dem 09.10.2020 und Folgeerlaubnis vom 21.12.2022. Bei den Bonusgewinne aus Sportwetten gilt laut den Nutzungsbedingungen eine doppelte Hürde: auszahlbar erst nach dem Fünffachen des Bonusbetrags und dem Fünffachen der zugehörigen Einzahlung, dazu Dezimalquoten ab 1,7; Angebote sind, sofern nicht anders angegeben, nur einmal nutzbar.
Zwei Umsatzfaktoren nebeneinander sind die teuerste Bedingungsform im deutschen Markt, und sie ist leicht zu übersehen: Das Fünffache des Bonusbetrags klingt nach einem üblichen Umsatzfaktor. Kommt das Fünffache der Einzahlung hinzu, verdoppelt sich die Strecke. Bei 100 € Bonus und 100 € Einzahlung sind es 1.000 € statt 500 €. Wer die Bedingungen zweimal liest, weiß das; wer nur die Bonuszeile liest, wundert sich später.
LeoVegas: Sporterlaubnis jüngeren Datums
LeoVegas ist auf der Whitelist mit der LVSports Limited als Betreiberin für die Marke LeoVegas geführt, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024 und für virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023.
Die beiden Daten sind ein gutes Beispiel dafür, warum die Whitelist spaltenweise gelesen werden muss. Die Casinoseite ist älter als die Sportseite. Eine Casino-Erlaubnis erlaubt keine Sportwetten, und eine Slot-Erlaubnis sagt nichts über das Sportwettprogramm. Für einen Sportwetten-Leser zählt nur das Datum vom 21.10.2024 — und die Tatsache, dass ein Anbieter mit langer Casino-Historie in Deutschland nicht automatisch derselbe Anbieter im Sportwettenmarkt ist.
MERKUR BETS: das dichteste Bedingungswerk
MERKUR BETS steht auf der Whitelist mit dem Halter Merkur Bets Malta Limited, Sporterlaubnis seit dem 06.11.2023. Neukunden bekamen laut Mitteilung vom 14.10.2024 bei einer Ersteinzahlung ab 1 € eine Freebet über 25 €; verliert die erste qualifizierende Kombiwette, wird der Einsatz bis 75 € als Freebet erstattet, sofern vor der Wette die Option „Neukunden-JokerBet“ gewählt wurde.
Die Freebet selbst ist das Gegenteil von frei. Sie muss innerhalb von 3 Tagen unter „Meine Boni“ aktiviert werden und verfällt, wenn sie nicht innerhalb von 7 Tagen nach Erhalt genutzt wird; sie gilt nur für Einzel- oder Kombinationswetten, System- und Mehrwegwetten sind nicht zulässig. Bei einer mit Freebet platzierten Wette ist kein Cashout möglich; bei einem Gewinn wird der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt, und die Freebet gilt nicht für Wetten mit Quotenboost.
Drei Fristen in einem Satz, dazu zwei Sperren — das ist das dichteste Regelwerk im Feld. Zum Vergleich die Bestandskundenseite: Der Kombi-Boost gibt ab fünf Auswahlen einen Prozentbonus auf den Gewinn — 5 % bei fünf Auswahlen, je weiterer Auswahl einen Prozentpunkt mehr, höchstens 30 % ab 30 Auswahlen —, bei einer Mindestquote je Auswahl von 1,21; Live-Wetten mit Boost sind grundsätzlich nicht erlaubt. Die 30 % klingen großzügig, bis man die Zahl der nötigen Auswahlen und die Live-Sperre zusammenzählt. Wer einen Boost dieser Form nutzen will, baut den Wettschein um den Boost herum und nicht um die Wette, die er eigentlich setzen wollte.
Häufige Fragen zu Wettbonus ohne Einzahlung
Was ist ein Wettbonus, und wie unterscheidet er sich von einer Gratiswette?
Eine Gratiswette ist Guthaben für einen Wettschein, dessen Einsatz bei einem Gewinn nicht ausgezahlt wird. Ein Wettbonus ist Guthaben mit Umsatzbedingungen, Mindestquote und Frist. Kurz gesagt: Die Gratiswette spart den Einsatz, der Bonus verlangt dafür Einsätze, die vorher noch nicht feststehen.
Was bedeutet Mindestquote beim Wettbonus?
Die Mindestquote ist die niedrigste Dezimalquote, mit der eine Wette zum Umsatz zählt. Bei Tipwin liegt sie bei 1,80, bei bpremium bei 1,7, beim Winamax-Willkommensangebot bei 1,05. Je höher die Vorgabe, desto weniger eignen sich Favoritenwetten zum Freispielen, und desto mehr Risiko trägt jeder einzelne Wettschein.
Gibt es bei lizenzierten Anbietern in Deutschland einen Wettbonus ohne Einzahlung, oder ist meist eine Ersteinzahlung nötig?
Der Regelfall ist die Ersteinzahlung. Den Gratisweg gibt es, aber er ist eng: bet-at-home bot eine 10-€-Gratiswette auf den Weltmeister 2026 nur für registrierte Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland und in einem festen Zeitfenster bis zum 28.06.2026, Gewinne ohne Umsatzbedingungen.
Wie funktionieren Umsatzbedingungen, und wie wird der geforderte Umsatz berechnet?
Erforderlicher Umsatz ist Bonusbasis mal Umsatzfaktor, die Zahl der Wetten ergibt sich aus Umsatz geteilt durch Einsatz je Wette, und nur Wetten ab der Mindestquote zählen. Tipwin verlangt das Siebenfache von Einzahlung und Bonus, bpremium das Fünffache von Bonus und Einzahlung, sofern nicht anders angegeben.
Welche Regeln gelten nach dem Glücksspielstaatsvertrag für Wettboni, und wer legt die Bedingungen fest?
Der GlüStV setzt weder eine Obergrenze noch einen Mindeststandard für Sportwettenboni. Betrag, Umsatz, Mindestquote und Frist stammen ausschließlich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Der Staat regelt dagegen, wer werben darf: nur Erlaubnisinhaber nach § 5 Abs. 7 GlüStV.
Wird der Einsatz einer Gratiswette mit dem Gewinn ausgezahlt?
Nein. Bei MERKUR BETS wird bei einem Gewinn der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt, und bei bet365 enthalten Gewinne aus Wett-Credits den Einsatz der Wett-Credits nicht. Eine Gratiswette über 25 € auf Quote 2,00 bringt deshalb 25 €, nicht 50 €.
Bonus – Boxwetten
Inhalt erstellt vom Team «Boxwetten»
