Neue Wettanbieter 2026: Wer wirklich eine deutsche Erlaubnis hat

Updated Oktober 2026
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Stand: 30. Oktober 2026 — die Lizenzangaben sind gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen.

Ein Smartphone mit dunklem Display liegt neben einem Notizbuch mit handschriftlichen Notizen auf einem hellen Holztisch, daneben eine Tasse Kaffee im Morgenlicht.
Neobet: Die Greenvest Betting Limited ist Betreiberin, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022.

Ein neuer Wettanbieter ist in Deutschland nur dann ein Angebot und nicht ein Risiko, wenn zwei Dinge zusammenkommen: eine Sportwetten-Erlaubnis und ein Eintrag auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Fehlt eines davon, ist die schöne Landingpage unerhebliches Beiwerk. Fehlt beides, ist es unerlaubtes Glücksspiel, und der Anbieter weiß das in der Regel sehr genau.

Zwischen „noch nicht auf der Whitelist“ und „darf hier nicht anbieten“ liegt übrigens nichts. Die Liste ist keine Warteschlange, sie ist eine Zulassung. Wer sich darauf beruft, künftig dort zu stehen, beschreibt eine Absicht, keine Erlaubnis. Der Betreiber sitzt fast immer auf Malta, die Lizenz vergibt der deutsche Staat, und dazwischen steht eine Domain, die man mit zwei Blicken prüfen kann.

Die Wahl, um die es hier geht, ist deshalb keine zwischen zehn bunten Start-ups. Es sind zehn Wege in ein legales Angebot, mit unterschiedlich alten Zulassungen, unterschiedlichen Betreibergesellschaften und unterschiedlich viel Erfahrung im deutschen Regelwerk. Wer neu sucht, findet selten neu. Wer legal sucht, hat eine echte Auswahl.

Markteintritte in Deutschland: Neu ist meistens nur die Sport-Sparte

Der frischeste Sportwetten-Eintrag im Feld kommt von einer Marke, die hier seit Jahren bekannt ist. Die LVSports Limited hält die Erlaubnis für LeoVegas seit dem 21.10.2024; parallel gilt eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023. Die LeoVegas Group gab am 29. November 2024 den Start ihres Sportwettenangebots auf der deutschen Marke bekannt, zusätzlich zu den dort bereits laufenden virtuellen Automatenspielen. Das Angebot ist in allen 16 Bundesländern verfügbar.

Das ist der typische Markteintritt im deutschen Sportwetten: kein unbekannter Name, sondern eine aufgestockte Erlaubnis. Die Marke war da, das Casino war da, der Sport kam später. Wer nach neuen Anbietern sucht, stößt deshalb auf eine Liste, in der Markenalter und Erlaubnisalter auseinanderfallen.

Die echten Neuzugänge der vergangenen Jahre liegen in derselben Region. Die Merkur Bets Malta Limited, Betreiberin von Merkur Bets, sitzt in Level 3, St Julians Business Centre, Triq Elija Zammit, STJ 3155, St. Julian’s, Malta; Merkur Bets ist mit Sportwetten-Erlaubnis seit dem 6. November 2023 geführt. Die SCGO Limited, Veranstalterin der Sportwetten unter Vbet, residiert im Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso, STJ 4010, St. Julian’s, Malta; die Sportwetten-Erlaubnis für Vbet läuft seit dem 5. Dezember 2023. Die DZBT Operations Limited, Veranstalterin unter DAZN Bet, hat ihren Sitz in MRO Frank Galea Street, ZBG 9019, Zebbug, Malta, mit Sportwetten-Erlaubnis seit dem 22. August 2023.

Wer drei Erlaubnisdaten aus drei Jahren liest, sieht ein Muster: Der Markt ist nicht in Bewegung, er ist voll. Seit 2023 sind nur wenige Sport-Domains dazugekommen, und die meisten gehören Gesellschaften, die schon vorher da waren. Die Merkur Bets Malta Limited hält neben Merkur Bets auch die Einträge für Merkur Sports und Xtip, dort erstmals am 9. Oktober 2020, mit Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022, sowie für Merkur Slots mit Sportwetten ab dem 6. November 2023. Eine Gesellschaft, vier Domains, drei Daten.

Die SCGO Limited erscheint mit Maxi333 zusätzlich in der Whitelist, dort für virtuelle Automatenspiele mit Erstdatum 21. Juni 2024. Auch das ist Marktpflege, kein Markteintritt.

Und dann ist da Bet3000. Die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Lyons Range Court, Flat Nr. 1, Triq Bisazza, SLM 1640, Sliema, Malta, ist dort als Veranstalterin der Sportwetten geführt; die Erlaubnis für Bet3000 ist mit dem Erstdatum 22. April 2026 verzeichnet. Das ist der jüngste Sportwetten-Eintrag im gesamten Feld — und er gehört einer Gesellschaft, die unter der Marke Wettarena schon 2020 dabei war. Neu ist also der zweite Auftritt, nicht der Anbieter.

Für die Frage, ob ein Anbieter wirklich neu ist, folgt daraus eine unbequeme Antwort: Das Erlaubnisdatum sagt mehr über die Marke als über das Unternehmen. Wer Anfang 2026 eine Sportwetten-Erlaubnis bekommt, während seine Betreiberin seit 2020 im Markt ist, ist ein neues Produkt in alten Händen. Wer dagegen eine Marke mit Erlaubnis von 2020 sieht, hat es mit einer Gesellschaft zu tun, die fünf Jahre deutsche Praxis hinter sich hat.

Grundlagen: Was eine deutsche Erlaubnis ausmacht

Die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder führt für bet365 die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026). Genau so sieht ein Eintrag aus, der trägt: Betreibergesellschaft, Firmensitz, Domain, Datum. Was fehlt, ist ein Enddatum — die Liste nennt nur Ausgabedaten. Ein Eintrag, der kein Enddatum zeigt, ist also kein unbefristeter Freibrief, er ist schlicht eine Liste mit Anfängen.

Ein großes Stadion unter Flutlicht, aus der Ferne über eine dunkle Wiese gesehen, die Lichtmasten spiegeln sich im Dunst der Abenddämmerung.
Die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder führt für bet365 die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Die Whitelist ist der einzige belastbare Test. Sie umfasst in der Fassung vom 2. Oktober 2026 dreißig Einträge: siebenundzwanzig Inhaber mit Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich Pferdewetten, und drei reine Pferdewetten-Inhaber. Jede geführte Domain ist eine .de-Domain. Eine .de-Endung beweist damit nichts, und eine fehlende .de-Endung ebenso wenig — geprüft wird, ob die konkrete Domain unter der Sportwetten-Erlaubnis steht.

Eine Erlaubnis läuft in der ersten Periode fünf Jahre (§ 4c Abs. 1 GlüStV). Für einen Anbieter mit Erstdatum im Oktober 2020 heißt das, dass seine erste Periode ausgelaufen ist, ohne dass die Whitelist darüber Auskunft gibt, was daraus wurde. Das ist keine Lücke, die man dem Anbieter anlastet — es ist die Grenze dessen, was diese Liste leistet. Wer mehr wissen will, fragt beim Anbieter nach der aktuellen Erlaubnisurkunde oder prüft die Angaben im Impressum gegen die Domain.

Der zweite Punkt ist der teuerste, wenn man ihn übersieht: Eine Sportwetten-Erlaubnis hängt an der Domain, nicht am Unternehmen. Ein Betreiber kann für seine Sportseite zugelassen sein und für seine Casinoseite ebenfalls — unter einem anderen Erlaubnistyp mit anderen Regeln. AdmiralBet zeigt das sauber: Für AdmiralBet hält die Greentube Betting Malta Limited die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 mit Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 und 29.07.2024; für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht eine Erlaubnis seit dem 28.09.2022. Zwei Domains, zwei Papiere. Wer sich auf slots.admiralbet.de verirrt, spielt nicht unter dem Sportwettregime — und darf sich nicht wundern, wenn ein Streit nach anderen Maßstäben läuft.

Rechtslage: Der Graubereich, den es nicht gibt

Anbieter ohne deutsche Erlaubnis werben gern mit dem, was sie nicht haben: einer Lizenz. Curaçao, Anjouan, Malta — die Papiere existieren, nur gelten sie hier nicht. Wer in Deutschland Sportwetten ohne deutsche Erlaubnis anbietet, begeht unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Eine maltesische, eine Curaçao- oder eine Anjouan-Lizenz hat für die Frage, ob man hierzulande mit dem Anbieter Verträge schließen darf, keine Bedeutung.

Ein leerer Papierwettschein und ein Kugelschreiber liegen auf einem aufgeräumten Schreibtisch neben einer Lupe, weiches Licht von einem Fenster.
Die GGL warnte am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten.

Praktisch relevant wird das an einer Stelle besonders: Bei den eingezahlten Geldern. Deutsche Anbieter müssen Spielerguthaben auf insolvenzgeschützten Treuhandkonten trennen, und bei Kontoschließung wird der Saldo innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7 GlüStV). Diese zwei Sätze fehlen im Geschäftsmodell jedes Offshore-Anbieters. Wer dort sein Guthaben stehen lässt, hat im Zweifel den normalen Gläubigerstatus — also den letzten Platz.

Die Kontoschließung samt Frist ist übrigens der einzige Auszahlungszeitpunkt, den das Gesetz verbindlich vorgibt. Wie lange eine normale Auszahlung bei einem Anbieter dauert, regelt der Anbieter. Das ist keine gesetzliche Lücke, sondern Ausgestaltung durch die AGB.

Beim Geprüftwerden gibt es noch eine Feinheit, die viele nicht wissen: Ein Anbieter darf vor abgeschlossener Verifikation höchstens 72 Stunden Spiel erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen (§ 6a GlüStV). Wer in diesem Fenster gewinnt, kommt an das Geld erst nach der Verifikation. Das ist keine Schikane, sondern der Grund, warum Verifikation bei deutschen Anbietern vor der ersten Auszahlung standardmäßig läuft.

Der Rechtsweg daneben: Die zuständige Aufsichtsbehörde ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, Hansering 15, 06108 Halle (Saale). Sie ist keine Beschwerdestelle für einzelne Wetteinsätze, aber sie ist die Instanz, gegen die ein Anbieter argumentieren muss, wenn er ohne Erlaubnis auftritt. Ein Zahlungsanbieter, der für einen nicht gelisteten Buchmacher Geld annimmt, hat allen Grund, die Sache schnell zu beenden.

Responsible Gambling: Was über ein Einzahlungslimit hinausgeht

Ein Limit, das nur auf dem Papier steht, ist Dekoration. Deshalb hängen an einer deutschen Sportwetten-Erlaubnis mehrere Werkzeuge, die der Anbieter nicht abschaffen kann, ohne seine Zulassung zu riskieren.

Das erste ist die Altersgrenze. Die Teilnahme an Sportwetten ist ab 18 Jahren erlaubt (§ 4 Abs. 3 GlüStV). Klingt selbstverständlich, ist es nicht: Offshore-Anbieter prüfen das Alter allenfalls oberflächlich.

Das zweite ist das Einzahlungslimit. Standard sind 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg (§ 6c Abs. 1 GlüStV), durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Der Anbieter kann das Limit nicht einfach anheben, weil ein Kunde es wünscht. Er kann es nur, wenn seine Erlaubnis das zulässt und der Kunde seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit belegt — bis 10.000 € pro Einzelperson, bis 10.000-30.000 € für höchstens ein Prozent der aktiven Spieler. Eine Selbstauskunft genügt dabei nicht. Eine Senkung wirkt unmittelbar, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen.

Das dritte Werkzeug ist die Sperrdatei. OASIS ist das bundesweite Sperrsystem, das bei der Registrierung und beim Login abgefragt wird. Wer sich selbst sperrt und einen Zeitraum nennt, ist mindestens drei Monate gesperrt, ohne Zeitangabe mindestens ein Jahr. Diese Sperre kennt nur der lizenzierte Anbieter. Ein Offshore-Anbieter ist an OASIS nicht angeschlossen und weiß deshalb im Zweifel nichts davon — was übrigens auch bedeutet, dass die Sperre dort nicht durch technische Maßnahmen stützt, sondern nur durch die eigene Disziplin.

Das vierte ist ein einzelner Knopf. Der Panikbutton löst eine sofortige Sperre von 24 Stunden aus (§ 6i Abs. 3 GlüStV). Das ist die radikalste der Maßnahmen und die, über die am wenigsten geredet wird.

Und ein Punkt, den man leicht vergisst, weil er nach einem Wett-Angebot klingt und keines ist: Paralleles Spielen bei mehreren Anbietern ist untersagt (§ 6h GlüStV, Aktivitätsdatei). Das klingt nach Einschränkung und ist doch der entscheidende Hebel. Denn ohne die Aktivitätsdatei wäre das Monatslimit über alle Anbieter hinweg eine Absichtserklärung: Wer drei Konten hat, hat drei Limits, und die Verlustgrenze liegt faktisch bei 3.000 € im Monat. Mit dem Verbot steht dem Spieler nur der Schutzmechanismus zur Verfügung, den er in dem Moment nicht selbst ausschalten kann.

Zahlungen und Auszahlungsgeschwindigkeit bei neuen Anbietern

Bei den Zahlungsarten gibt es weniger Freiheit, als die Werbeseiten suggerieren. Einzahlungen sind ausschließlich von einem Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem Institut erlaubt, das dem Geldwäschegesetz unterliegt (§ 6b Abs. 4 GlüStV). Anonyme Zahlungsmittel sind nicht zugelassen. Der Mechanismus dahinter ist der, der anonyme Prepaid-Mittel und Krypto aus dem lizenzierten deutschen Sportwetten heraushält.

Einzahlung und Auszahlung müssen also über dasselbe Konto laufen, und das Konto trägt den Namen des Spielers. Der übliche Umweg über ein Konto eines Angehörigen ist damit versperrt. Mehr Regel zahlen heißt das nicht, aber einen Grund weniger, warum der Anbieter eine Auszahlung zurückhalten könnte.

Welche Zahlungsdienste ein Anbieter tatsächlich akzeptiert, steht in seinen eigenen Bedingungen und nicht im Gesetz. Manche Anbieter führen ein breites Portfolio, andere beschränken sich auf das Nötigste. Wer auf einen Anbieter ohne PayPal-Karte trifft, muss deshalb nicht annehmen, dass irgendetwas fehlt — die Zahlungsdiensteauswahl ist eine unternehmerische Entscheidung.

Auszahlungsgeschwindigkeit ist derweil kein Standard, sondern ein Anbieterdatum. Die einzige gesetzlich verbindliche Frist steht im Zusammenhang mit der Kontoschließung: Der verbleibende Saldo wird innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7 GlüStV). Wie lange eine Auszahlung im laufenden Betrieb dauert, steht nirgends gesetzlich. Wer eine Auszahlung plant, prüft diese Angabe beim Anbieter selbst, bevor er einzahlt, und nicht, nachdem er gewonnen hat.

Ein weiterer Punkt, der in Deutschland systematisch unterschätzt wird: Die Sportwettensteuer ist in jedem Preis enthalten. § 16 RennwLottG berechnet sie aus der Bemessungsgrundlage „Einsatz minus Steuer selbst“ (§§ 17, 18) und kommt damit auf etwa 5,03 % des eingezahlten Betrags bei einem Steuersatz von 5,3 %. Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, also vom Anbieter, nicht vom Spieler. Ob und wie er sie weiterreicht, entscheidet er selbst. Bei einem nicht lizenzierten Anbieter fällt sie übrigens ebenso an — gezahlte Steuer ist kein Beweis für eine Erlaubnis.

Neue Wettanbieter im Vergleich: Zehn lizenzierte Marken

Die zehn folgenden Marken haben eines gemeinsam: Ihre Sport-Domain steht in der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder mit dem Stand vom 2. Oktober 2026. Unterschiedlich sind die Betreibergesellschaften und das Alter der Sportwetten-Erlaubnis — und genau daraus ergibt sich, wer für welche Erwartung der passende Anbieter ist.

Marke GGL-Whitelist-Status und Betreibergesellschaft Sportwetten-Erlaubnis seit
AdmiralBet Greentube Betting Malta Limited; zusätzlich Automatenspiel-Erlaubnis für slots.admiralbet.de 09.10.2020, Folgeerlaubnisse 13.12.2022 und 29.07.2024
bet365 Hillside (Europe) ENC, Ta’Xbiex, Malta 09.10.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022
Tipico Tipico Co. Limited, Portomaso Business Tower, San Ġiljan, Malta 09.10.2020, Folgeerlaubnis 09.12.2022
Tiptorro Torro Tec Limited, Malta 30.06.2021, Folgeerlaubnis 27.12.2022
NEO.bet Greenvest Betting Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022
Interwetten Interwetten Gaming Limited, Tigne’ Point, Sliema, Malta 02.11.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022
ODDSET Oddset Sportwetten GmbH; Erlaubnis durch das Regierungspräsidium Darmstadt 18.11.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022
Betway Betway Limited; Erlaubnis durch das Regierungspräsidium Darmstadt 09.03.2021, Folgeerlaubnis 23.12.2022
bpremium Ladbrokes (Deutschland) Limited, Gzira, Malta, Registernummer C92799 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022
Wettarena I.B.C. Sportsbetting Limited, Sliema, Malta 09.10.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022

Die Spalte mit dem Erlaubnisdatum ist die aufschlussreichste und die unspektakulärste zugleich. Sieben der zehn Marken starten im Jahr ihrer Sportwetten-Erlaubnis in der ersten großen Vergaberunde, die Ende 2020 begann. Wer heute „neu“ sucht, landet also überwiegend bei Marken, die seit fünf Jahren dabei sind. Die einzige Sportwetten-Erlaubnis aus dem jüngsten Vergabezeitraum im Vergleichsfeld gehört Tiptorro mit dem Datum 30.06.2021 — dazwischen liegen neun Monate mehr Erfahrung als bei den Marken aus dem Herbst 2020 und deutlich weniger als bei denen, die 2023 oder 2024 dazukamen.

Die zweite Beobachtung betrifft die Betreibergesellschaften. Acht der zehn sitzen in Malta, zwei haben ihre Erlaubnis direkt über das Regierungspräsidium Darmstadt erhalten. Das ist kein Zufall und kein Warnsignal: Die Aufsichtsbehörde sitzt in Halle an der Saale, die Konzernstruktur sitzt dort, wo das Unternehmen gegründet wurde. Wer die Geldwäsche- und Steueraufsicht sucht, findet sie in Deutschland. Wer die Konzernhaftung sucht, findet sie in Malta.

Was die Spalte nicht zeigt und was die Liste nicht zeigen darf: ein Enddatum. Die Whitelist verzeichnet ausschließlich Erstdaten, keine Fristen. Wer aus einem Erlaubnisalter eine bevorstehende Verlängerung ableiten will, betreibt Wahrsagerei.

Neue Wettanbieter im Einzelnen: Wer welchen Weg nimmt

Jeder der zehn Anbieter steht für eine andere Antwort auf die Frage, was ein neuer Anbieter in Deutschland sein kann — ein erfahrener Betreiber mit neuer Domain, eine alte Marke mit neuer Sparte, ein staatlicher Anbieter mit doppelter Aufsicht.

NEO.bet: Die Marke mit Marketingsilbe und Unternehmensgeschichte

Drei Buchstaben, die nach Neugründung klingen, und eine Gesellschaft, die seit dem 09.10.2020 im Markt ist. Die Greenvest Betting Limited hält die Sportwetten-Erlaubnis für NEO.bet, mit Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Fünf Jahre Praxis in einem Markt, in dem viele Anbieter die erste Erlaubnisrunde gar nicht überlebt haben.

Die Marketingbezeichnung ist der beste Beleg dafür, wie wenig der Name eines Anbieters über sein Alter sagt. Wer nach „neuen Wettanbietern“ sucht, wird Marken finden, die kein Jahr alt sind und keine Erlaubnis haben, und Marken, die fünf Jahre alt sind und ein „Neo“ im Logo tragen. Das Erlaubnisdatum sortiert beide zuverlässig ein.

Was NEO.bet vom Rest des Feldes abhebt, ist die schmale Erlaubnisbasis. Eine Sportwetten-Erlaubnis, zwei Daten, kein Casino-Eintrag in derselben Zeile. Wer bei einem Betreiber mitspielen will, dessen Geschäft sich nach den vorliegenden Angaben auf Sportwetten konzentriert, hat hier einen klaren Fall. Die fünf Jahre seit der ersten Erlaubnis sind zugleich der Punkt, an dem die erste Lizenzperiode nach § 4c Abs. 1 ausgelaufen wäre — wie es damit steht, verrät die Whitelist nicht, und wer es wissen muss, prüft die Urkunde im Anbieterportal.

bet365: Das Lehrbuchbeispiel für einen Whitelist-Eintrag

Die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta, ist seit dem 09.10.2020 für bet365 geführt, mit Folgeerlaubnis vom 27.12.2022. Zwei Daten, ein Firmensitz, eine Domain. Wer sehen will, wie ein Eintrag aussieht, der alle Prüfschritte übersteht, schaut hier nach.

Interessant ist bet365 in diesem Feld aus einem anderen Grund. Ein Anbieter mit dieser Größe hat in der Regel das vollständigste Zahlungsportfolio und die ausgereiftesten Verifikationsprozesse — die Erlaubnis seit 2020 bedeutet bei einem Anbieter dieser Größenordnung vor allem eines: viele Zehntausend Konten, die durch dieselbe Vollverifikation gegangen sind. Das ist kein Vorteil auf dem Papier, das ist ein Hinweis darauf, wie reibungslos die erste Auszahlung laufen dürfte.

Die Kehrseite des Bekanntheitsgrades: Wer bet365 schon kennt, wird ihn kaum als „neu“ wahrnehmen, und die Auswahl in solchen Vergleichen ist damit mehr Bestätigung als Entdeckung. Wer ohnehin einen der großen Namen nimmt, findet hier die erfahrungsgesättigte Variante. Wer einen echten Marktneuling sucht, findet ihn woanders.

Tipico: Die Marke, deren Rechtsgeschichte länger ist als ihre Erlaubnis

Die Tipico Co. Limited sitzt im Portomaso Business Tower in San Ġiljan auf Malta und wurde 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik und Mladen Pavlovic gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle gegründet. Die Sportwetten-Erlaubnis für Tipico.de datiert auf den 09.10.2020, mit Folgeerlaubnis vom 09.12.2022. Gründung 2004, Erlaubnis 2020 — dazwischen liegen sechzehn Jahre deutscher Markt ohne die heutige Zulassung.

Genau diese Spanne ist der Punkt. Die deutsche Regulierung war jahrelang umstritten, Erlaubnisse wurden erteilt und widerrufen, Gerichte entschieden in verschiedene Richtungen. Das Land Sachsen widerrief am 10. August 2006 die Erlaubnis von bwin; am 13. Dezember 2007 bestätigte das OVG Bautzen, dass die 1990 erteilte DDR-Erlaubnis weiterhin gültig sei. Wer heute auf Bwin.de wettet, stützt sich auf die aktuelle Whitelist-Zulassung, nicht auf die DDR-Erlaubnis. Der ganze Streit von damals mag die Marken geprägt haben, für die Entscheidung an einem Sonntagnachmittag spielt er keine Rolle.

Für Tipico als Anbieter heißt das: Die Whitelist allein sagt nicht, was der Anbieter aus den Jahren davor gelernt hat. Zwei Daten auf der Liste sind die Auskunft, die zählt. Wer nach Verlässlichkeit in Prozessen sucht und nach der längsten Markterfahrung im Feld, wird hier fündig — wer die kürzeste Vergangenheit im deutschen Sportwetten sucht, findet sie bei einem der Jüngeren.

Tiptorro: Die App mit Selbstbeschreibung und Erlaubnis

Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited aus Malta angeboten; das Unternehmen beschreibt sich dort selbst als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Die Whitelist führt Tiptorro mit Sportwetten-Erlaubnis seit dem 30.06.2021, mit Folgeerlaubnis vom 27.12.2022.

Die Selbstbeschreibung und der amtliche Eintrag decken sich hier, und das ist der relevante Teil. Wenn sie sich nicht decken würden, wäre der amtliche Eintrag die Instanz und die Selbstbeschreibung übertriebenes Marketing. Wer den Umweg über den App-Store-Eintrag nimmt, um einen Anbieter zu prüfen, prüft im Zweifel die Marketingabteilung. Die Whitelist prüft niemandes Marketing.

Tiptorro ist im Feld die einzige Marke, deren Sportwetten-Erlaubnis aus dem Jahr 2021 stammt statt aus der Herbst-2020-Runde. Das Jahr und der halbe Unterscheidungsmerkmale — man kann es drehen, wie man will: Es bleibt die einzige.

Ein Hinweis für App-Nutzer: Ein Anbieter, der ausschließlich über eine App zugänglich ist und sich im Store beschreibt, muss sich derselben Vollverifikation unterziehen wie ein Anbieter mit klassischer Website. Der Kontoschutz ist identisch. Nur der Weg zur Prüfung ist ein anderer.

Interwetten: Zulassung aus zwei deutschen Regimen

Die Interwetten Gaming Ltd. darf seit Dezember 2012 in Schleswig-Holstein Sportwetten anbieten; die Erlaubnis für Casinospiele in Schleswig-Holstein erteilte das dortige Innenministerium im Januar 2013. Für die bundesweite Zulassung führt die Whitelist die Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Tigne’ Point, Sliema, Malta, mit Sportwetten-Erlaubnis seit dem 02.11.2020 und Folgeerlaubnis vom 27.12.2022.

Zwei deutsche Regime, ein Anbieter. Schleswig-Holstein hatte auf dem Höhepunkt des Glücksspielstreits einen eigenen Weg versucht, mit eigenen Lizenzen, während der Rest der Republik regulierte, blockierte und prozessierte. Interwetten war einer der Anbieter, die sich dort eine Erlaubnis sicherten. Für die heutige Entscheidung zählt nur die Bundeslizenz, und die ist seit November 2020 vorhanden.

Was Interwetten von den anderen unterscheidet, ist die Seltenheit dieses Weges. Nur wenige Anbieter können eine deutsche Zulassung aus zwei Regimen vorweisen, und nur wenige haben so früh auf deutsche Regulierung statt Umgehung gesetzt. Wer Anbieter danach auswählt, ob sie den deutschen Weg gesucht oder gemieden haben, findet hier einen der konsequentesten Fälle. Und wer die Lockung des Neuen sucht, findet hier den Gegenteiligen: einen der ältesten deutschen Zulassungen im Feld.

ODDSET: Der staatliche Anbieter unter den Privaten

Das Regierungspräsidium Darmstadt erteilte der ODDSET Sportwetten GmbH mit Bescheid vom 15.12.2022 die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb. Die Aufsicht liegt bei der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale). Die Whitelist führt english ODDSET mit Sportwetten-Erlaubnis seit dem 18.11.2020, mit Folgeerlaubnis vom 15.12.2022.

Das Nebeneinander der Daten ist kein Widerspruch. Der Bescheid aus Darmstadt bezieht sich auf die Erlaubnis, der Eintrag auf der Whitelist auf das Erst- und Folgedatum. Beides zusammen ergibt ein Bild, das in diesem Feld einmalig ist: ein Anbieter, der aus dem staatlichen Umfeld stammt, mit stationärem Vertrieb zusätzlich zum Online-Angebot.

Diese Mischung aus Internet und stationärem Vertrieb ist für eine bestimmte Lesergruppe entscheidend. Wer Wetten gelegentlich in einer Annahmestelle abschließen will und trotzdem dieselbe Kennung und dieselben Limits im Netz nutzen möchte, findet bei einem solchen Modell den passenden Anbieter. Wer umgekehrt die größtmögliche Produktbreite und das üppigste Bonusprogramm sucht, findet hier eher den nüchternen Gegenpol. Nüchtern ist in diesem Markt kein Nachteil.

Betway: Zwei Papiere, ein Anbieter

Betway erhielt am 9. März 2021 vom Regierungspräsidium Darmstadt eine Erlaubnis für Online-Sportwetten, die das Angebot an Kunden in ganz Deutschland erlaubt. Betway-Geschäftsführer Anthony Werkman bestätigte die Erlaubnis in einer Mitteilung vom 10. März 2021. Die Whitelist führt für Betway die Betway Limited mit Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.03.2021, Folgeerlaubnis vom 23.12.2022, sowie einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 02.10.2026.

Zwei Erlaubnisse, zwei Domänenlogiken. Die Sportwetten-Erlaubnis deckt Betway ab; die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele ist ein eigener Vorgang, derzeit datiert auf den 2. Oktober 2026. Wer über Suchmaschinen auf eine Unterseite mit Automatenspielen gelangt, befindet sich rechtlich in einem anderen Angebot als auf der Sportseite.

Für Sportwettenleser ist relevant, dass Betway zu den Anbietern gehört, die sich früh im regulierten deutschen Markt positioniert haben: Erlaubnis im März 2021, also mitten in der ersten großen Vergaberunde, mit einem Namenträger aus der internationalen Buchmacherszene. Die gegenwärtige Lage auf der Whitelist mit dem Automatenspiel-Datum aus 2026 spricht dafür, dass der Anbieter seine deutsche Präsenz weiter ausbaut, statt sie zu verkleinern.

bpremium: Ein Name, eine Registernummer

Die Ladbrokes (Deutschland) Ltd, Betreiberin von bpremium, hat ihren Sitz in Unit 6, St Business Centre, 120 The Strand, Gzira, Malta, und ist unter der Registernummer C92799 geführt; die Nutzungsbedingungen datieren in der Fassung vom 3. April 2023. Die Whitelist führt bpremium mit Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und Folgeerlaubnis vom 21.12.2022.

Der Name Ladbrokes klingt im deutschen Markt groß, ist er aber in dieser Konstellation nicht. Die deutsche Gesellschaft ist ein eigenständiges Unternehmen mit eigener Registernummer, das unter der Marke bpremium auftritt. Wer die Marke mit der internationalen Gruppe gleichsetzt, wird bei Streitfragen und Vertragspartnern womöglich an die falsche Adresse verwiesen — Vertragspartner ist die Ladbrokes (Deutschland) Ltd.

Genau deshalb ist die Registernummer das interessanteste Datum in diesem Eintrag. Wer bei einem Vergleich zweier Marken desselben Namensvektors die Identität der Gegenseite klären will, findet hier ein eindeutiges Merkmal. Die bpremium-eigene Registernummer C92799 lässt sich dem Register zuordnen, ein ähnlicher Markenname nicht. Für einen Anbieter, der sich über die Gruppe vermarktet und über die Tochter haftet, ist dieses Detail mehr wert als jeder Bonus.

Wettarena: Die stille Schwester mit demselben Veranstalter

Die Marke Wettarena wird laut AGB von der I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in 20, Lyons Range Court Flat Nru.1 Triq Bisazza, Sliema SLM 1640, Malta, angeboten. Die Whitelist führt Wettarena mit Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und Folgeerlaubnis vom 15.12.2022.

Dieselbe Gesellschaft steht hinter Bet3000, wo die Sportwetten-Erlaubnis mit dem Erstdatum 22. April 2026 verzeichnet ist. Das ist die stärkste Einzelbeobachtung in diesem ganzen Feld: Die Gruppe, die im Herbst 2020 mit Wettarena gestartet ist, hat sechs Jahre später mit bet3000 eine zweite Sport-Domain in die Whitelist gebracht. Das jüngste Erlaubnisdatum des Gesamtfeldes gehört also einer Gesellschaft, die alles andere als neu ist.

Wer beide Marken vergleicht, wählt nicht zwischen zwei Anbietern, sondern zwischen zwei Auftritten desselben Veranstalters. Das macht die Entscheidung nicht unbedingt einfacher, macht sie aber klarer: Bei Regeln, Grenzen und Auszahlungswegen sind die Zuständigkeiten identisch. Wettarena ist der ruhige, lange gelistete Auftritt, bet3000 der neue. Wer einen Anbieter mit frischer Erlaubnis just aus der Ecke sucht, in der sonst das Veranstalter-Know-how sitzt, kann hier eine Kombination finden, die es bei den reinen Marktneulingen nicht gibt.

AdmiralBet: Zwei Papiere, die man nicht verwechseln sollte

Die Whitelist führt für AdmiralBet die Greentube Betting Malta Limited als Betreiberin, mit Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 und 29.07.2024; für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht eine Erlaubnis seit dem 28.09.2022. Zwei Domänen, zwei Erlaubnisse, zwei Regime.

Die drei Sportwetten-Daten sind das beachtenswerte Detail. AdmiralBet hat innerhalb der Sportwetten-Erlaubnis zweimal nachgefasst, 2022 und 2024. Wer eine Betreiberin sucht, die den deutschen Erlaubnisprozess mehrfach durchlaufen hat und dabei in zwei Geschäftsfeldern zugelassen ist, findet hier das Musterbeispiel des Vergleichsfeldes. Zwei Spielarten, zwei Formate, zwei Erlaubnisse — und unterschiedliche Rahmenregeln je Spielart.

Für Sportwettenleser gilt allein die Sport-Domain. Wer bei AdmiralBet anfängt, sollte auf AdmiralBet bleiben. Die Automatenspiel-Umgebung auf slots.admiralbet.de unterliegt eigenen Regeln und trägt für das Sportwettkonto nichts bei. Die Trennung ist kein Detail am Rand: Sie ist die wichtigste Unterscheidung, wenn ein Anbieter mehrere Domains betreibt.

Neue Wettanbieter selbst prüfen: Der Weg von der Domain zur Erlaubnis

Die Prüfung ist in wenigen Minuten erledigt, und sie ist die einzige, die einem wirklich etwas bringt.

Zuerst das Impressum. Dort steht die vollständige Betreibergesellschaft mit Sitz und häufig mit Registernummer — bei einem Anbieter ohne diese Angabe endet die Prüfung hier, und zwar mit dem Ergebnis, dass es sich um kein prüfbares Angebot handelt.

Dann die Whitelist. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder führt die Liste der erlaubten Anbieter nach § 9 Abs. 8 GlüStV und veröffentlicht sie auf ihrer Seite. Der Suchbegriff ist der Betreibername, nicht die Marke. „Bet365“ führt nicht zum Ziel, „Hillside (Europe) ENC“ schon.

Dann die Domain. Der Eintrag muss die Domain tragen, unter der gespielt werden soll, und er muss unter der Sportwetten-Erlaubnis stehen. Ein Betreiber mit einem Casino-Eintrag und einem Sporteintrag ist an dieser Stelle besonders sorgfältig zu lesen, weil die Domänen häufig ähnlich klingen.

Dann das Datum. Es sagt, seit wann die Sportwetten-Erlaubnis läuft. 2020 und 2021 sind die Jahre der ersten großen Runde, 2023 und 2024 die der späteren Markteintritte, 2026 die der jüngsten Ergänzungen.

Und zuletzt, wenn es darauf ankommt: die Whitelist noch einmal prüfen, direkt beim Anbieter. Nicht jeder Anbieter verlinkt die Liste, und nicht jede Liste ist die amtliche. Die Whitelist der GGL in Halle an der Saale ist die einzige, die zählt. Wer sich auf die Kurzfassung einer Affiliate-Seite verlässt, hat im Zweifel einen Werbetext geprüft und nicht eine Erlaubnis.

Häufige Fragen zu neuen Wettanbietern

Woran erkenne ich, ob ein neuer Wettanbieter eine deutsche Erlaubnis besitzt?

Über den Betreibernamen aus dem Impressum und die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Steht die konkrete Sport-Domain dort unter der Sportwetten-Erlaubnis, ist der Anbieter zugelassen. Eine Casino-Erlaubnis desselben Betreibers belegt keine Sport-Zulassung.

Was bedeutet es, wenn ein Anbieter nicht auf der Whitelist steht?

Dann ist sein Angebot in Deutschland unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Es fehlen der Anschluss an OASIS und die Limitdatei LUGAS, das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat, die Panikbutton-Funktion und der deutsche Gerichtsstand. Die GGL warnte am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten.

Welche Rolle spielen OASIS und das gemeinsame Einzahlungslimit von 1.000 €?

OASIS ist das bundesweite Sperrsystem, das bei Registrierung und Login geprüft wird (§§ 8, 8a GlüStV). Das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter wird über die Limitdatei LUGAS durchgesetzt. Eine Erhöhung setzt nachprüfbaren Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit voraus und wirkt erst nach sieben Tagen.

Wie wird die Sportwettensteuer von 5,3 % bei einem neuen Anbieter weitergegeben?

Die Sportwettensteuer nach §§ 16-25 RennwLottG beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz minus Steuer selbst“ (§§ 17, 18) und damit etwa 5,03 % des eingezahlten Betrags. Geschuldet wird sie vom Veranstalter (§ 19), nicht vom Spieler. Ob und wie ein Anbieter sie einpreist, steht in seinen eigenen Bedingungen.

Welche Umsatzbedingungen und Mindestquoten gelten für ein Willkommensangebot?

Das GlüStV setzt keinen Sportwetten-Bonus und keine Obergrenze fest. Beträge, Umsatzbedingungen, Mindestquoten und Fristen stehen ausschließlich in den Bedingungen des jeweiligen Betreibers. Typisch sind eine Mindestquote für den Umsatz, eine Frist zur Erfüllung und der Ausschluss bestimmter Wettarten.

Welche Zahlungsmethoden sind bei lizenzierten Anbietern zulässig?

Erlaubt sind Einzahlungen nur von einem Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut (§ 6b Abs. 4 GlüStV). Anonyme Zahlungsmittel sind damit unzulässig; Krypto und anonyme Prepaid-Mittel fallen aus dem lizenzierten Angebot heraus. Welche Zahlungsdienste ein Anbieter führt, regelt er selbst.

Inhalt erstellt vom Team «Boxwetten»