Wettanbieter ohne Steuer im Vergleich – wer den Steuerabschlag trägt und wer ihn über die Quote holt
Datenstand: 30. Oktober 2026. Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) und gegen die Wettregeln, Allgemeinen Geschäftsbedingungen sowie Zahlungsübersichten der einzelnen Anbieter.

Wer in Deutschland nach einem Wettanbieter „ohne Steuer“ sucht, sucht eigentlich einen Wettschein ohne Kürzung. Die Sportwettensteuer fällt im deutschen System aber immer an, sie ist seit dem 1. Juli 2012 in Kraft, und sie wird nach § 19 des Rennwett- und Lotteriegesetzes vom Veranstalter der Wette geschuldet — nicht vom Spielenden. Was der Anbieter danach tut, ist eine Marketingentscheidung: Er kann die Steuer aus seiner Marge begleichen, den Abschlag in die Quote rechnen, den Einsatz erhöhen oder den Gewinn kürzen. „Ohne Steuer“ heißt deshalb nie, dass keine Steuer existiert. Es heißt, dass eine von zehn Firmen entschieden hat, den Aufschlag an einer anderen Stelle zu verstecken — und genau dort schaut man nach, wenn man vergleicht.
Grundlagen: Wie die Sportwettensteuer den Wettschein erreicht
Die Steuer ist keine Gebühr, die irgendeine Behörde einem Spieler in Rechnung stellt. Sie sitzt im Preis. Jede Liga, die in Deutschland eine Erlaubnis hält, muss sie auf den Einsatz abführen, und die Frage, die über Gewinn oder Verlust entscheidet, ist nicht die Höhe der Steuer, sondern der Ort, an dem sie den Wettschein verlässt.

Wer die Steuer schuldet und wer sie spürt
§ 19 RennwLottG legt die Steuerschuld dem Veranstalter auf. Der Spielende steht nicht im Steuerbescheid, und kein Anbieter darf von ihm eine Steuerzahlung verlangen. Das klingt nach einem Vorteil und ist keiner. Ein Unternehmen kalkuliert den Betrag ein, den es abführen muss, und legt ihn dorthin, wo er sich am wenigsten schmerzhaft anfühlt: in die Quotenstellung. Die Schuld trägt also formal der Anbieter, die Wirkung trägt der Wettschein.
Bemessungsgrundlage nach §§ 17, 18 RennwLottG ist der gezahlte Wetteinsatz abzüglich der Steuer selbst. Die Sätze sind unbequem zu lesen und einfach zu rechnen: 5,3 % dieser Nettobasis, und weil die Basis bereits netto ist, entspricht das etwa 5,03 % des Betrags, der tatsächlich eingezahlt wird (5,3 / 105,3). Wer „5,3 % vom Einsatz“ schreibt, schreibt eine andere Zahl, als das Gesetz kennt. Auf 100 € Spielbetrag kommen so rund 5 € Steueranteil, nicht 5,30 €.
Dass die Steuer überhaupt existiert und wie sie wächst, ist keine Kleinigkeit der Buchhaltung, sondern eine Aussage über den Markt. Die Steuereinnahmen aus Sportwetten betrugen 2023 in Deutschland 409 Millionen Euro, ein Rückgang von 5,2 % gegenüber dem Vorjahr. Zehn Jahre vorher, 2013, waren es 189 Millionen Euro — die Einnahmen 2023 lagen damit 116,8 % höher. Das gesamte Glücksspielaufkommen des Jahres 2023 erreichte rund 2,48 Milliarden Euro, 3,6 % weniger als im Vorjahr, wovon die Lotteriesteuer mit rund 1,77 Milliarden Euro rund 71 % ausmachte. Ein Steueraufkommen dieser Größe fließt nicht aus einem Anhang, sondern aus jedem einzelnen Wettschein — und der Leser dieses Artikels ist einer davon.
Einsatz, Quote oder Gewinn: drei Wege, denselben Betrag loszuwerden
Es gibt im deutschen Recht keine Vorschrift darüber, wie ein Veranstalter den Steueraufschlag wirtschaftlich trägt. Das Gesetz bestimmt nur, wer ihn abführt. Daraus folgen vier praktische Bauweisen, und jede sieht in der Werbung harmlos aus.
Der Anbieter trägt die Steuer selbst. Dann bleiben Einsatz und Quote unberührt, und die Steuer ist schlicht eine Kostenposition des Unternehmens. ODDSET beschreibt genau das: Weder Einsatz noch Gewinn würden mit einem Steuerabzug belegt, Gewinne auf den vollständigen Einsatz ohne jeden Abzug ausbezahlt. Was in einer solchen Formulierung nicht steht, ist der Preis. Ein Anbieter, der 5 % seiner Einsätze abführt, rechnet sie in die Quotenstellung ein — bei ausgewiesener Erstattung und üppiger Quotenspanne kann das der teurere Weg sein, nicht der günstigere.
Der Anbieter rechnet die Steuer in die Quote. Interwetten schreibt in seinen AGB (Abschnitt G.8), dass die Sportwettensteuer nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz von Interwetten getragen wird und zum Ausgleich bei Wetten ein Quotenabschlag in Höhe von 5,3 % vorgenommen wird. Vom Einsatz wird dabei nichts abgezogen; im Gewinnfall reduziert sich die Auszahlungsquote und damit der Wettgewinn um diese 5,3 %, Cash-Out-Gewinne ausgenommen. Das ist die ehrlichste Variante des Verschweigens, weil sie im Kleingedruckten steht und im Wettschein nicht mehr auftaucht.
Der Anbieter weist die Steuer beim Einsatz aus. Bei Wettarena fallen laut den spielrelevanten Informationen außer dem Wetteinsatz und der gesondert ausgewiesenen Steuer — 5,3 % des Spieleinsatzes inklusive Steuer — keine weiteren Kosten für die Teilnahme an einer Sportwette an. Hier sieht man die Zahl, bevor man abschickt. Man zahlt sie trotzdem. Betway führt die Wettsteuer im abschließenden Prüfschritt des Wettscheins als eigenen Posten neben den ausgewählten Spielen und dem jeweiligen Wettsystem — dieselbe Transparenz, ein Klick später, direkt an der Stelle, an der die meisten Spiele ihren Wettschein schon gebaut haben.
Der Anbieter kürzt den Gewinn. Sportingbet nennt in seinen Wettregeln eine Steuer von 5 % des Wetteinsatzes nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes und behält bei gewonnenen Wetten 5 % des Bruttogewinns, also von Einsatz mal Quote, vom Gewinn ein. Der Unterschied zur Quote ist nicht kosmetisch. Ein Abschlag auf die Quote wirkt in jedem Gewinnfall, ein Abzug am Gewinn nur, wenn tatsächlich gewonnen wird.
Diese vier Wege sind der eigentliche Gegenstand der Suche nach einem Anbieter „ohne Steuer“. Sie unterscheiden sich nicht darin, ob die Steuer bezahlt wird — das wird sie immer —, sondern darin, ob der Spielende sie vor dem Absenden sieht und ob sie seinen Verlusttopf oder seinen Gewinntopf schmälert.
Der Rechenweg: Was aus 100 € Einsatz bei Quote 2,00 herauskommt
Die folgende Rechnung ist ein Beispiel, kein Angebot und kein quotierter Preis. Sie zeigt den Mechanismus, der über den Wettschein entscheidet, und nichts weiter. Angenommen werden 100 € Einsatz auf eine Einzelwette bei Quote 2,00 — ein glatter Gewinnfall, der sich im Kopf nachrechnen lässt.
Ohne jeden Steueraufschlag im Wettschein liefert diese Wette 200 € zurück und 100 € Nettogewinn. Trägt der Anbieter die Steuer selbst und rechnet sie in die Quotenstellung ein, sinkt die Rückzahlung um etwa 5 % des Einsatzes; aus 200 € werden rund 190 €, der Nettogewinn fällt auf etwa 90 €.
Beim Quotenabschlag von 5,3 %, wie Interwetten ihn anwendet, wird die Auszahlungsquote reduziert. Aus der Quote 2,00 wird rechnerisch 1,894, die Rückzahlung liegt dann bei rund 189 € und der Nettogewinn bei etwa 89 € — dieselbe Größenordnung wie beim Selbsttragen, was kein Zufall ist, sondern die Steuer. Beim Gewinnabzug von 5 % des Bruttogewinns, wie Sportingbet ihn beschreibt, bleiben von den 100 € Bruttogewinn nach Abzug der Steuer 95 € übrig, die Rückzahlung liegt bei rund 195 €. Der Einsatz selbst wird dabei nicht angetastet.
Der Abstand zwischen dem günstigsten und dem ungünstigsten dieser Wege liegt bei diesem Beispiel in der Bandbreite von rund 5 bis 10 € pro 100 € Einsatz. Das ist keine dramatische Spanne. Es ist genau die Spanne, die die Werbung mit „0 % Wettsteuer“ verschwinden lässt. Winamax wirbt auf seiner Website mit dem Slogan „0% Wettsteuer und die besten Quoten“ — zwei Versprechen in fünf Wörtern, von denen das erste nur bedeutet, dass man den Abfuhrweg des Unternehmens nicht sieht, und das zweite keine Wette auf der Seite beweist.
Rechtslage: Was „ohne Steuer“ in Deutschland tatsächlich erlaubt
Der Steuerabschlag gehört zu den weichen Themen des deutschen Wettmarktes. Das harte Thema ist die Erlaubnis. Wer die Anbieterseite nach Steuersätzen durchsucht, stößt fast immer auf zwei Kategorien von Firmen: solche, die eine deutsche Erlaubnis halten, und solche, die sich über die Steuer definieren, weil sie sich über nichts anderes definieren können.
Whitelist als einziger Maßstab für eine Erlaubnis
Zuständig ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale). Sie erteilt unter dem GlüStV 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021, die bundesweite Erlaubnis für das Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet (§ 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV) und überwacht den Markt samt Bußgeldbefugnis nach § 28a. Die Steuer ist dagegen Sache des Finanzamts, nicht der Aufsicht.
Der einzige belastbare Nachweis einer Erlaubnis ist die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Der Stand vom 2. Oktober 2026 führt 30 Einträge: 27 Halter mit einer Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten, und drei Halter mit reiner Pferdewetten-Erlaubnis. Alle gelisteten Domains enden auf .de — was nichts beweist, denn eine .de-Adresse bekommt jeder. Eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele, Poker oder Casino sagt außerdem nichts über das Sportwettenangebot: Es sind getrennte Erlaubnisse mit getrennten Regeln, und nur die unter der Sporterlaubnis gelistete Domain nimmt Sportwetten an.
Die erste Erlaubnis läuft fünf Jahre (§ 4c Abs. 1). Die Whitelist nennt nur Erteilungsdaten, kein Enddatum — wer dort ein Ablaufdatum zu lesen glaubt, liest eine eigene Annahme. Das ist der Punkt, an dem sich der Steueraufschlag und die Erlaubnis berühren: Die Steuer schuldet auch, wer ohne deutsche Erlaubnis anbietet. Gezahlte Steuer ist kein Nachweis einer Lizenz, und ein Anbieter, der mit „0 % Wettsteuer“ wirbt und nicht auf der Whitelist steht, hat damit nichts über seine Rechtmäßigkeit gesagt.
Warum Seiten außerhalb des deutschen Systems werben, wie sie werben
Das Veranstalten von Sportwetten für Personen in Deutschland ohne deutsche Erlaubnis ist unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Eine Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Lizenz hat in Deutschland keine Bedeutung. Die GGL hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten „wie etwa Platincasino“ gewarnt.
Dass solche Seiten Steuerfreiheit versprechen, hat einen einfachen Grund: Sie führen keine deutsche Steuer ab, weil sie nicht im deutschen System stehen. Bezahlt wird der Vorteil an anderer Stelle. Wer außerhalb des Systems spielt, ist weder mit dem Spielersperrsystem OASIS verbunden noch mit der Limitdatei LUGAS, hat keine deutschen Aufsichtswege und im Streitfall keinen deutschen Ansprechpartner. Was dort möglich ist, sind allerdings höhere Limits als die 1.000 €, die im deutschen System als monatlicher Standard gelten.
Die zivilrechtliche Lage ist in Bewegung, und sie verspricht niemandem Geld. Der Bundesgerichtshof hat dem EuGH am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) hält Generalanwalt Nicholas Emiliou es grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Das ist eine Rechtsmeinung, kein Urteil, und erst recht kein Auszahlungsanspruch für den einzelnen Wettschein.
Die andere Seite dieses Tauschs: Im legalen System gibt es Rechtssicherheit und Spielerschutz, aber auch die 1.000 € Standardlimit, eingeschränkte Live-Märkte, eine vollständige Verifizierungspflicht und Zahlungen nur vom eigenen Konto. Wer „ohne Steuer“ sucht, muss wissen, welche dieser Bedingungen er dafür aufgibt.
Strafrecht, Durchsetzung und die Grenze der Abschreckung
Die Normen sind eindeutig, ihre Anwendung auf den Spielenden ist es nicht. Das Veranstalten unerlaubter Wetten ist nach § 284 StGB mit bis zu zwei Jahren Freiheitstrafe oder Geldstrafe bedroht, die Werbung dafür mit bis zu einem Jahr. Die Teilnahme nach § 285 StGB mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Verfolgungen einzelner Spieler sind nicht belegt — daraus folgt weder ein Freibrief noch ein Grund, das Thema dramatischer darzustellen, als es ist.
Die Aufsicht setzt vor allem bei den Anbietern an: Untersagungsverfügungen, Zahlungsblockaden und Netzwerkblockaden nach § 9 GlüStV. Für den Leser heißt das eine schlichte Konsequenz: Das Risiko eines Offshore-Wettscheins trägt in der Praxis nicht das Strafregister, sondern der Auszahlungsvorgang. Wenn ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis nicht zahlt, fehlt die Aufsicht, die man anrufen könnte.
Spielerschutz: Was die Werbung mit „0 %“ nicht verändert
Ein Steuerrabatt ist eine Preisfrage. Er ist keine Sicherheitsfrage. Wer das verwechselt, trifft seine schlechteste Entscheidung nicht beim Quotenvergleich, sondern beim Konto.

Teilnahme, Verifizierung und das Konto in eigenem Namen
Mitmachen darf man ab 18 Jahren (§ 4 Abs. 3). Pro Anbieter ist genau ein Konto vorgesehen, mit vollständiger Verifizierung nach § 6a. Vor abgeschlossener Prüfung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel zu lassen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Diese Frist ist kein Probelauf, sondern der Rahmen, in dem ein Konto noch nicht vollständig ist.
Bei den Zahlungen ist der deutsche Rahmen eng: Erlaubt sind nach § 6b Abs. 4 nur Zahlungen von einem Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht zugelassen — der Mechanismus, der Krypto und anonymes Prepaid aus dem legalen deutschen Wettmarkt heraushält. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Sache; das steht in seinen Bedingungen und nicht in einem Vergleich. Der Blick auf die Steuer sagt über diese Frage nichts.
Dasselbe gilt für das Guthaben. Spielergelder liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7). Ein günstiger Quotenabschlag auf einer Seite, die im Zweifel nicht zahlt, ist keine Ersparnis. Er ist ein Verlust mit besserem Marketing.
Limits, LUGAS und OASIS: die Grenzen, die vom Steuerthema unberührt bleiben
Das Standard-Einzahlungslimit beträgt 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg (§ 6c Abs. 1) und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, kann für eine einzelne Person ein höheres Limit setzen — bis 10.000 € und, für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler, zwischen 10.000 € und 30.000 € — aber nur gegen nachweisbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft des Spielenden reicht dafür nicht. Senkungen wirken sofort, Erhöhungen erst nach sieben Tagen. Die Frist ist die eigentliche Nachricht: Wer sich in einem impulsiven Moment mehr Luft verschaffen will, bekommt sie nicht am selben Tag.
Bis vor Kurzem war die Regelung noch strenger: Anbieter durften laut § 6h GlüStV nur ein Konto je Person zulassen; mit der über die Aktivitätsdatei möglichen Erkennung ist paralleles Spielen heute verboten.
Verstöße verfolgt die Aufsicht auch mit Geldbußen nach § 28a, und die Bandbreite reicht bis in sechsstellige Beträge.
OASIS ist das bundesweite Sperrsystem nach §§ 8, 8a GlüStV und wird bei Anmeldung und Login abgefragt. Wer sich selbst sperrt und dabei einen Zeitraum nennt, ist mindestens drei Monate gesperrt; ohne Angabe mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige 24-stündige Sperre aus. Diese Instrumente sind Teil des legalen Systems, und sie sind der Grund, warum die 1.000 € Grenze nicht nur eine Zahl ist: Sie greift nur dort, wo jemand sie überhaupt einziehen kann.
Wo die Werbung ansetzt und wo das Limit liegt
Die Werberegeln des GlüStV treffen die Steuerkommunikation an einer klaren Stelle. Werbung ist nur Erlaubnisinhabern gestattet (§ 5 Abs. 7). Das Verbot zwischen 6 und 21 Uhr nach § 5 Abs. 3 Satz 1 betrifft virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele — nicht Sportwetten. Für Sportwetten gilt: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während seiner Live-Übertragung im selben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3, 6).
Für Bonusangebote im Sportwettenbereich enthält das GlüStV keine Norm, die Höhe, Umsatzbedingungen oder Mindestquoten festlegt oder begrenzt. Diese Werte stammen ausschließlich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Ein „0 %“-Versprechen ist deshalb kein Steuerthema, sondern ein Werbesatz — und der einzige Ort, an dem man ihn prüfen kann, sind die Wettregeln des Anbieters selbst, nicht die Startseite.
Ein Zusatz, der in keinem Bonusprospekt steht: Das Verlustrisiko ändert der Steuerabschlag nicht. Eine Wette, die nicht aufgeht, verliert denselben Einsatz, gleich ob die Steuer in der Quote steckt oder nicht. Steuerfreie Werbung beschreibt die Verlustseite gar nicht.
Was in Deutschland überhaupt gespielt werden darf
Die Sportwettensteuer ist der bekannteste Eingriff in den Wettschein, nicht der einzige. Erlaubt sind nach § 21 Abs. 1 festquotierte Wetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorkommnisse darin, als Einzel- oder Kombinationswette — und nur Wetten, die die GGL zugelassen hat (Sportwettprogramm, § 21 Abs. 5).
Livewetten sind nach § 21 Abs. 4 stark beschnitten: Während eines laufenden Ereignisses darf nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder ein ähnliches Element in Sportarten gewettet werden, in denen solche Ereignisse selten sind. Nächstes Tor im Fußball geht, nächster Satz im Tennis geht, nächster Punkt im Tennis und nächster Korb im Basketball nicht. Ausgeschlossen sind Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren — in der GGL-Praxis zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich —, manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung (§ 21 Abs. 1a). Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig.
E-Sport ist kein Sport im Sinne der Aufsicht: Die GGL stellt fest, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind, und lizenziertes E-Sport-Wetten existiert in Deutschland nicht. Cash-Out regelt keine Norm und keine GGL-Regel — es ist ausschließlich eine Funktion des jeweiligen Anbieters, mit dessen eigenen Bedingungen. Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Einen gesetzlichen Höchsteinsatz pro Wette gibt es im Sportwettenbereich nicht.
Diese Liste ist der Grund, warum der Quotenvergleich nicht die ganze Arbeit ist. Ein lizenzierter Anbieter liefert ein kleineres Wettprogramm als eine Offshore-Seite, und ein Teil des Programms fällt nicht wegen der Steuer weg, sondern wegen der Erlaubnis. Wer einen Live-Markt auf den nächsten Punkt sucht, findet ihn in Deutschland nicht — nicht bei dem einen Anbieter und nicht bei dem anderen.
Einordnung: Zehn Anbieter und ihr Steuerweg im Vergleich
Zehn Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis stehen hier nebeneinander, in der Reihenfolge, in der ihre Erlaubnisse in der Whitelist geführt werden. Alle zehn haben eines gemeinsam: Sie sind legal, sie führen die Steuer ab, und keiner von ihnen kann dem Spielenden die Steuer ersparen. Was sie unterscheiden, ist die Stelle, an der die Kosten auftauchen — und für wen das jeweils günstiger ist.
Bei der Erlaubnis gibt es wenig Streuung und eine Menge Nichtwissen. Die Erlaubnisdaten liegen zwischen dem 30. Juni 2021 für 888sport und Tiptorro und dem 21. Oktober 2024 für LeoVegas; alle anderen kamen zwischen dem 9. Oktober 2020 und dem 19. November 2020 in den Markt. Nach jeder Erlaubnis folgte eine Folgeerlaubnis, meist im Dezember 2022, bei AdmiralBet zusätzlich am 29. Juli 2024. Das ist die Konsequenz des Fünf-Jahres-Rahmens: Die erste Runde der Erlaubnisse läuft fast gleichzeitig aus, und die Whitelist zeigt keine Enddaten, nur Erteilungen. Wer ein Datum braucht, muss die Erlaubnis selbst bewerten lassen — ein Blick in die Liste genügt dafür nicht.
Die folgende Tabelle ordnet die zehn Anbieter nach den Feldern ein, die eine Entscheidung wirklich tragen: wer nach der Whitelist die Erlaubnis hält, seit wann der Sportwettenbetrieb erlaubt ist und welche Besonderheit den Umgang mit der Wette prägt. Dort, wo ein Anbieter keine Angabe zur Steuerbehandlung veröffentlicht, steht die Angabe nicht zur Verfügung — die Lücke ist ehrlicher als eine gerundete Zahl.
| Anbieter | Erlaubnisinhaber nach Whitelist | Sportwetten-Erlaubnis seit | Umgang mit der Wettsteuer |
|---|---|---|---|
| 888sport | 888 Germany Limited | 30.06.2021, Folgeerlaubnis 15.12.2022 | Keine Ausweisung eines Steuerpostens |
| Betano | Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021, Folgeerlaubnis 16.12.2022 | Keine Ausweisung eines Steuerpostens |
| Tiptorro | Torro Tec Limited | 30.06.2021, Folgeerlaubnis 27.12.2022 | Keine Ausweisung eines Steuerpostens |
| LeoVegas | LVSports Limited | 21.10.2024 | Keine Ausweisung eines Steuerpostens |
| AdmiralBet | Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 13.12.2022 und 29.07.2024 | Keine Ausweisung eines Steuerpostens |
| bpremium | Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022 | Keine Ausweisung eines Steuerpostens |
| NEO.bet | Greenvest Betting Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022 | Keine Ausweisung eines Steuerpostens |
| Sportingbet | Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022 | Steuer von 5 % des Wetteinsatzes nach § 17 RennwLottG, bei Gewinn Einbehalt von 5 % des Bruttogewinns |
| Sportwetten.de | NetX Betting Limited | 19.11.2020, Folgeerlaubnis 16.12.2022 | Keine Ausweisung eines Steuerpostens |
| bwin | bwin (Deutschland) Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 23.12.2022 | Keine Ausweisung eines Steuerpostens |
Was die Tabelle zeigt, ist keine Rangfolge, sondern eine Lücke. Nur ein Anbieter der Zehn beschreibt in seinen eigenen Regeln überhaupt, wie er die Steuer behandelt — und er tut es in der für den Spieler ungünstigsten der drei Varianten: dem Abzug am Bruttogewinn. Bei den übrigen neun veröffentlicht die abgerufene Quelle keinen Steuerposten. Das heißt nicht, dass sie nichts abführen; sie führen alle ab, sie müssen es. Es heißt, dass der Spielende es auf dem Wettschein nicht als eigene Zeile sieht.
Diese Lücke ist wirtschaftlich teuer. Wer 2.000 € im Monat bewegt, für den sind 5,03 % eine Größenordnung von rund 100 € im Monat — mehr als der Unterschied zwischen den Versprechen der Anbieter und ihren tatsächlichen Quoten in den meisten Vergleichen. Genau dieser Betrag ist es, über den die Startseiten schweigen, während sie mit Rabatten werben, die keiner von ihnen dem Spielenden tatsächlich gewährt.
Bei der Interpretation dieser Lücke gibt es noch einen zweiten, unangenehmeren Punkt. Dass ein Anbieter keinen Steuerposten ausweist, bedeutet nicht, dass er die Steuer besser trägt. Der Quotenabschlag und der Abzug vom Gewinn sind die zwei Varianten, die den Wettschein stumm belasten; diese Stummheit ist die einzige Eigenschaft, die allen neun Abwesenheiten wirklich gemeinsam ist.
Wer sich an dieser Stelle für einen Anbieter entscheiden will, braucht ein anderes Kriterium als die Startseiten. Das ist das Quotenbild auf dem Wettschein selbst: die tatsächliche Auszahlungsquote und der Abstand zwischen dem Ergebnis mit und ohne Steuerposten.
Zur Vorbereitung dieses Vergleichs wurde kein Erlaubnisinhaber unterstellt. Alle zehn Anbieter tragen in der Whitelist die Erlaubnis über eine Betreibergesellschaft, die nicht mit der Marke identisch ist — bei 888sport die 888 Germany Limited, bei bwin die bwin (Deutschland) Limited, bei NEO.bet die Greenvest Betting Limited. Wer prüfen will, ob er bei einem lizenzierten Anbieter spielt, muss den Namen der Gesellschaft nachschlagen, nicht das Logo.
Die zehn Anbieter im Einzelnen
Jeder Eintrag endet mit einer Einschätzung zur Wettsteuer. Wer diese beim Wettschein nicht sieht, hat deshalb keinen besseren Anbieter, sondern einen weniger durchsichtigen.
888sport: die Erlaubnis mit dem frühen Startdatum
Bei 888sport steht eine der ältesten Erlaubnisse im Sportwettenbereich. Die Whitelist führt für 888sport die 888 Germany Limited mit Sitz in Gzira, Malta, mit einer ersten Erlaubnis vom 30. Juni 2021 und einer Folgeerlaubnis vom 15. Dezember 2022 (Stand der Liste: 2. Oktober 2026). Die Marke gehört zur 888-Gruppe; deren Holdingsellschaft, die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar, ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert.
Warum das für diese Seite zählt: Eine so früh erteilte Erlaubnis fällt im deutschen Fünf-Jahres-Rahmen als erste zur Verlängerung an. Wer heute ein Konto dort eröffnet, sollte wissen, dass der Whitelist-Eintrag nur eine Erteilung zeigt und keine Laufzeit.
Zum Steuerposten veröffentlicht 888sport in den abgerufenen Quellen keine gesonderte Angabe. Der Leser kann die Frage an der richtigen Stelle klären: im Quotenvergleich vor dem Absenden des Wettscheins, wo sich zeigt, ob die angezeigte Auszahlung dem Einsatz mal Quote entspricht oder nicht. Bei einem Anbieter mit einer börsennotierten Muttergesellschaft ist die Quotenstellung ohnehin die Größe, die über die Qualität entscheidet, nicht die Startseite. Ein Anbieter dieses Alters hat die Steuer längst in seine Kalkulation übernommen.
Betano: die Erlaubnis unter einer eigenständigen Betreibergesellschaft
Betano tritt in der Whitelist unter einem Namen auf, den kaum ein Spieler kennt. Für Betano ist dort die Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan, Malta geführt, mit einer ersten Erlaubnis vom 19. Februar 2021 und einer Folgeerlaubnis vom 16. Dezember 2022 — beides Einträge, die sich nicht aus der Marke selbst ableiten lassen.
Die Marke selbst ist Teil einer größeren internationalen Gruppe (Entain-Gruppe, London) — in der Whitelist spiegelt sich davon nur der Name der Betreibergesellschaft, nicht die Konzernzugehörigkeit.
Eine Aussage zur konkreten Steuerbehandlung von Betano liefert die abgerufene Quelle nicht. Was der Leser sicher weiß: Die Steuer fällt an, und Betano entscheidet über ihre Umgangsform. Dieser Punkt ist bei Betano ausgesprochen prüfungsbedürftig, weil die Seite im deutschen Markt stark mit Quotenvorteilen argumentiert. Rechnet man einen Steuerabschlag in eine aggressive Quotenstellung ein, kann das Ergebnis schlechter sein als die eines Anbieters mit sichtbarem Steuerposten. Das ist der Kern dieser Marke.
Tiptorro: die App mit Whitelist-Anbindung
Tiptorro ist der jüngste Auftritt der Vergleichsgruppe und der schwerste zu prüfen. Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited mit Sitz in Malta angeboten, die sich selbst als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder beschreibt. Die Whitelist führt für Tiptorro eine Sportwetten-Erlaubnis seit dem 30. Juni 2021 mit Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022; dieselbe LLC taucht bei weiteren Marken auf, was die Prüfung des eigenen Angebots eher schwieriger macht.
Zum Steuerweg sagt die abgerufene Quelle nichts. Wer Tiptorro nutzt, tut gut daran, sich an zwei Dinge zu halten: den Whitelist-Eintrag mit dem Betreibernamen für die Frage der Erlaubnis und den Wettschein selbst für die Frage der Auszahlung. Für einen Anbieter, der einen so großen Teil seiner Kommunikation in einer App führt, ist das die einzige belastbare Grundlage. Kein Spieler sollte aus einer App-Beschreibung eine Steuerzusage ableiten.
LeoVegas: die späteste Erlaubnis der Gruppe
LeoVegas ist unter den Zehn der Anbieter mit der jüngsten Sportwetten-Erlaubnis. Die Whitelist führt für LeoVegas die LVSports Limited als Betreiberin, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21. Oktober 2024; für virtuelle Automatenspiele besteht eine Erlaubnis bereits seit dem 27. Februar 2023. Diese beiden Daten sind nicht dasselbe und dürfen nicht verwechselt werden: Die Sportwetten-Erlaubnis ist von Ende 2024, die Casino-Erlaubnis zwei Jahre älter.
Für einen Vergleich der Steuerbehandlung ist LeoVegas ein Sonderfall mit Konsequenz. Der Casino-Bereich hat mit dem Sportwettenbereich nur die Marke gemeinsam und die Erlaubnis überhaupt nicht; die Regeln für virtuelle Automatenspiele sind andere als die für Sportwetten. Wer LeoVegas wegen seines Casinoangebots wählt, sollte wissen, dass die Erlaubnisdaten dort länger zurückreichen. Eine Aussage zur konkreten Steuerbehandlung liefert die Quelle nicht. Das entscheidende Kriterium bei LeoVegas ist also nicht das Erlaubnisdatum, sondern die Frage, wo man sich tatsächlich befindet: im Sportwettenbereich mit der Erlaubnis von 2024 oder im Automatenspielbereich.
AdmiralBet: der Anbieter mit der vollständigsten Erlaubniskette
AdmiralBet ist der einzige der zehn Anbieter, bei dem die Whitelist eine mehrfach erneuerte Erlaubnis zeigt. Für AdmiralBet ist die Greentube Betting Malta Limited als Betreiberin geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und Folgeerlaubnissen vom 13. Dezember 2022 und 29. Juli 2024. Für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht eine Erlaubnis seit dem 28. September 2022.
Die Kette 2020, 2022, 2024 ist kein Zufall und auch kein Marketing. Mehrere Erlaubnisschritte in einem so kurzen Abstand deuten auf eine geänderte betriebliche Grundlage hin, nicht auf mehr Rechte. Wer die Whitelist liest, sieht bei AdmiralBet deshalb genau die Falle, die dieser Text an mehreren Stellen beschreibt: Der Eintrag für die Automatenspiele steht im selben Verzeichnis wie der für Sportwetten und bedeutet für das Sportangebot nichts. Eine gesonderte Angabe zur Steuerbehandlung ist auch hier nicht veröffentlicht. Wer prüfen will, muss also auf dem Sportwetten-Wettschein nachsehen und nicht in den Automatenspielbereich schauen.
bpremium: Auszahlung und der Weg dorthin
bpremium trägt eine Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 mit Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022, geführt unter der Ladbrokes (Deutschland) Limited. Der Name der Betreibergesellschaft ist bei dieser Marke der interessanteste Punkt für sich: Sie stammt aus einem Haus, das im deutschen Markt vor allem mit anderen Marken verbunden ist.
Die veröffentlichten Angaben zur Auszahlung sind bei dieser Marke dünner als die Steuerfrage. Die Auszahlungsgebühren hängen von der gewählten Zahlungsmethode ab; bei Banküberweisungen in Euro innerhalb des SEPA-Raums fallen die regulären Inlandsgebühren der Banken an, auf die der Anbieter keinen Einfluss hat.
Für den Vergleich der Steuerwege hat bpremium keine Angabe in der Quelle. Der Vergleich der Kosten verschiebt sich bei dieser Marke damit auf die Auszahlungsseite: Die Bankgebühren können einen Steuerunterschied von wenigen Euro pro 100 € Einsatz aufheben, wenn die Auszahlung über die falsche Methode läuft. Wer bei bpremium spielt, sollte die Gebühren seiner Bankorder kennen und nicht annehmen, dass die ausgezahlte Summe dem entspricht, was auf dem Wettschein stand.
NEO.bet: die Erlaubnis ohne Ausweisung
NEO.bet hält seine Erlaubnis unter der Greenvest Betting Limited, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022. Der Whitelist-Eintrag ist der einzige belastbare Punkt in den Unterlagen des Anbieters für die Frage, ob dort überhaupt legal gespielt wird.
Zum Steuerweg liefert die abgerufene Quelle keine Angabe. Bei einer Marke mit einer so schmalen öffentlichen Selbstdarstellung ist der Wettschein-Ort wichtiger als bei den bekannteren Namen: Wer dort spielt, hat weniger Vergleichsmaterial aus zweiter Hand und sollte umso genauer den Einsatz sehen, der vor dem Absenden steht, und den Gewinn, der danach ausgezahlt wird. NEO.bet ist kein Anbieter, bei dem man sich auf eine Außendarstellung verlassen kann; das ist bei einer Marke mit einer soliden Erlaubnis ungewöhnlich und sollte bei der Wahl eine Rolle spielen.
Sportingbet: der einzige mit ausgewiesener Steuerregel
Sportingbet ist der Anbieter, bei dem die Steuer in den eigenen Wettregeln klar geregelt ist. Nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes nennt das Unternehmen eine Steuer von 5 % des Wetteinsatzes und behält bei gewonnenen Wetten 5 % des Bruttogewinns, also von Einsatz mal Quote, vom Gewinn ein. Die Whitelist führt Sportingbet unter der Sportingbet (Deutschland) Limited mit einer Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022.
Der Satz liegt bei 5 %, die Steuer der anderen Anbieter bei 5,3 % des Einsatzes — die beiden Angaben beziehen sich auf dieselbe Erhebung. Der Unterschied steckt in der Kürzungsbasis. Die 5 % vom Bruttogewinn trifft nur den Gewinn, nicht den Einsatz; dieser Weg ist bei einer Verlustserie günstiger als ein Quotenabschlag, weil eine verlorene Wette nichts kostet außer dem Einsatz. Bei einer Gewinnserie ist er teurer. Wer häufig kleine Gewinne erzielt, zahlt bei Sportingbet mehr als bei einem Anbieter mit Quotenabschlag — und wer überwiegend verliert, weniger. Das ist die einzige der drei Bauformen, deren Kosten davon abhängen, wie man gewinnt.
Sportwetten.de: der Anbieter mit der breitesten Zahlungspalette
Sportwetten.de ist der einzige der Zehn, dessen Zahlungsseite öffentlich konkret ist. Nach der Zahlungsübersicht des Anbieters stehen Kundenkarte, PayPal, Sofortüberweisung (Trustly), Kreditkarte (Visa/Mastercard), Banküberweisung, Skrill und Aircash bereit; für alle ist „Keine“ Gebühr und eine sofortige Bearbeitung angegeben, als Mindestbetrag 10,00 € bei Trustly, Skrill und Aircash. Einzahlungen über Dritte sind nicht gestattet.
Diese Breite ist keine Zierde. Sie ist Antwort auf eine der schärfsten Zahlungsregeln des deutschen Marktes, die nur Einzahlungen vom eigenen, nach dem Geldwäschegesetz verifizierten Konto erlaubt und anonyme Zahlungsmittel ausschließt. Wer sein Sportwettenkonto jahrelang über eine Zahlungsmarke betrieben hat, merkt den Unterschied erst, wenn eine neue Methode dazukommt oder verschwindet. Bei Sportwetten.de sind die Alternativen im Vorhinein sichtbar, und das mindert ein Risiko, das bei anderen Anbietern erst nach der Einzahlung sichtbar wird. Die Whitelist führt die Domain unter der NetX Betting Limited, Erlaubnis seit dem 19. November 2020, Folgeerlaubnis vom 16. Dezember 2022.
bwin: die breite Marke mit der schweigenden Steuerzeile
bwin hält seine Erlaubnis unter der bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta, mit einer ersten Erlaubnis vom 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 23. Dezember 2022. Die Marke gehört zu den bekanntesten in Deutschland und ist über viele Jahre mit großen Wettbewerben im Sport verbunden gewesen.
Zur Steuerbehandlung enthält die abgerufene Quelle keine Angabe. Wer die Steuerfrage bei bwin klären will, muss dort nachsehen, wo sie tatsächlich beantwortet wird: in den Wettregeln und im abschließenden Prüfschritt des Wettscheins. Bei einem Anbieter in dieser Größenordnung lohnt der Blick besonders, weil die Bekanntheit die Erwartung trägt, dass alles Nötige klar ausgewiesen wird. Erscheint der Steuerposten dort nicht, ist das die eigentliche Information über den Anbieter.
Ein Hinweis zum Sitz der Betreibergesellschaft: bwin (Deutschland) Limited sitzt in Malta, wie bei allen hier vorgestellten Anbietern. Der deutsche Whitelist-Eintrag und der maltesische Firmensitz sind keine Gegensätze. Im deutschen Recht bedeutet die Erlaubnis nach § 9 Abs. 8 GlüStV die Aufsicht durch die GGL, unabhängig davon, wo die Betreibergesellschaft eingetragen ist.
Was der Einsatz in voller Höhe wert ist
Die Steuer, der Slogan und die Quotenzeile ergeben zusammen eine einzige Zahl, die eine Wette tatsächlich einbringt. Es lohnt, sie einmal auszurechnen, weil sich dann zeigt, wie wenig von den beworbenen Unterschieden übrig bleibt.
Ein Wettschein über 100 € auf eine Einzelwette bei Quote 2,00 liefert ohne jeden Steuerposten 200 € zurück und 100 € Nettogewinn. Aus der Sportwettensteuer ergibt sich in derselben Annahme ein rein rechnerischer Abschlag von etwa 5 % des eingezahlten Betrags, denn die Steuer von 5,3 % wird auf den Einsatz ohne die Steuer selbst erhoben — das sind rund 5,03 € auf 100 €. Aus 200 € werden dann etwa 190 €, und der Nettogewinn fällt auf rund 90 €. Trägt der Anbieter die Steuer selbst, verschwindet sie nicht; sie steckt dann in der Quotenstellung, und der Wert dieser Wette sinkt in derselben Größenordnung. Der Abstand zwischen 100 € und 90 € Nettogewinn ist die Sportwettensteuer in der Fassung, die ein Spieler tatsächlich merkt. Dieselbe Rechnung gilt bei jedem Einsatz und jeder Quote sinngemäß: Es ist ein Prozentsatz, keine Strafgebühr, und er schrumpft nicht, je länger man spielt.
Genau daran ändert die Verlustseite nichts. Eine Wette, die nicht aufgeht, kostet den Einsatz — 100 € — gleichgültig, in welcher Zeile die Steuer verbucht wird. Für die Ertragsseite lohnt ein zweiter Blick auf die zehn Anbieter oben: Wenn neun von zehn in den abgerufenen Quellen keinen Steuerposten ausweisen, ist die sichtbare Null auf einer Startseite keine Eigenschaft des Anbieters, sondern eine Eigenschaft der Startseite.
Wer den vollen Vergleich rechnen will, braucht zwei Größen auf dem Wettschein: den Einsatz, den man tatsächlich absendet, und die Auszahlung, die der Anbieter für genau dieses Ergebnis anzeigt. Aus den beiden ergibt sich, ob die Steuer im Einsatz steckt oder in der Quote, und in welcher Größenordnung. Das ist die einzige Methode, die anbieter- und marktübergreifend funktioniert. Ein Steuerposten auf dem Wettschein eines Anbieters sagt noch nichts über den Gesamtpreis aus, genauso wie eine „0 %“-Werbung noch nichts über den tatsächlichen Verlust aussagt. Beide sind nur dann aussagekräftig, wenn man die andere Seite dazunimmt.
Und noch ein Hinweis, der in diesem Zusammenhang oft fehlt: Wer die 1.000 € Monatsgrenze ausschöpft, sollte nicht glauben, dass ein voller Einsatz am Monatsende mit besserer Quote im nächsten Monat besser wird. Das Limit treibt zu größeren Einzeleinsätzen, größere Einzeleinsätze erhöhen die Schwankung des Ergebnisses, und die Steuerlast bleibt davon unberührt, weil sie auf den Einsatz anfällt und nicht auf die Zahl der Wetten.
Häufige Fragen zur Sportwettensteuer
Wie hoch ist die Sportwettensteuer in Deutschland, und auf welche Bezugsgröße wird sie berechnet?
Bemessungsgrundlage nach §§ 17, 18 RennwLottG ist der gezahlte Wetteinsatz abzüglich der Steuer selbst. Darauf fallen 5,3 % an, was etwa 5,03 % des tatsächlich eingezahlten Betrags entspricht, denn 5,3 geteilt durch 105,3 ergibt diesen Wert. Die häufig zu lesende Angabe „5,3 % vom Einsatz“ ist damit etwas zu hoch.
Wer schuldet die Sportwettensteuer, der Anbieter oder die Spielenden?
Nach § 19 RennwLottG schuldet die Steuer der Veranstalter der Wette, nicht der Spielende. Ein Anbieter darf von seinen Kunden keine Steuerzahlung verlangen. Ob er sie selbst trägt oder über Einsatz, Quote oder Gewinn weitergibt, entscheidet er in eigener Kalkulation — das Gesetz schreibt ihm keinen Weg vor.
Was bedeutet Werbung mit „0 % Wettsteuer“ für Quote und Auszahlung?
Der Satz beschreibt keine Steuerbefreiung, denn die Steuer fällt in Deutschland immer an. Er beschreibt, dass ein Anbieter die Abführung nicht als Posten im Wettschein zeigt. Ob das günstiger ist, entscheidet die Quote: Ein Anbieter mit knapper Quotenstellung kann teurer sein als einer mit sichtbarem Steuerabzug.
Wie wird ein Gewinn berechnet, wenn der Anbieter einen Quotenabschlag von 5,3 % vornimmt?
Interwetten reduziert nach seinen AGB (Abschnitt G.8) im Gewinnfall die Auszahlungsquote und damit den Wettgewinn um 5,3 %, Cash-Out-Gewinne ausgenommen; vom Einsatz wird nichts abgezogen. Aus Quote 2,00 werden rechnerisch 1,894, aus 100 € Einsatz also rund 189 € statt 200 €.
Seit wann wird die Sportwettensteuer in Deutschland erhoben?
Die Sportwettsteuer wird seit dem 1. Juli 2012 erhoben. Ihre Entwicklung lässt sich an den Steuereinnahmen ablesen: 2023 kamen 409 Millionen Euro zusammen, 5,2 % weniger als im Vorjahr, aber 116,8 % mehr als die 189 Millionen Euro des Jahres 2013.
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