Der beste Tour-de-France-Wettanbieter für deutsche Spieler: zehn geprüfte Buchmacher auf dem Prüfstand
Stand: 30. Oktober 2026 — die Erlaubnisangaben wurden gegen die offizielle Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen.

Die Tour de France 2026 ist gefahren. Tadej Pogačar hat sie am 26. Juli in Paris beendet, vor Remco Evenepoel und Isaac del Toro, und wer jetzt nach dem besten Anbieter für Radsportwetten sucht, sucht nicht mehr nach dieser Rundfahrt. Er sucht nach einem Buchmacher, bei dem die nächste, die übernächste und die Rundfahrt 2027 zu fairen Bedingungen stehen. Das ist eine andere Frage als die nach dem Sieger, und sie ist die einzige, die sich seriös beantworten lässt.
Wettbewerb kennt keine Ziellinie. Angenommen wird nur, wer in Deutschland eine Erlaubnis hat — und die Frage, welcher der zehn Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis für einen Radsport-Fan der richtige ist, hängt an einer Handvoll Zahlen, die in der Werbung nicht vorkommen.
Genau darum geht es hier: nicht um einen Geheimtipp, sondern um die Wahl zwischen klar unterscheidbaren Wegen. Es gibt den Weg über den Marktführer-Auftritt, den Weg über den Tiefstpreis, den Weg über das Live-Angebot und den Weg über die App, die man wirklich bedient. Diese vier Wege führen zu unterschiedlichen Anbietern, und wer weiß, welchen er geht, braucht keine Liste, die ihm den Sieger verrät.
Warum der beste Radsport-Buchmacher zuerst eine Suchfrage ist
Radrennsport ist ein Randprodukt. Das ist keine Beleidigung, sondern eine Marktbeobachtung: Fußball trägt den Umsatz deutscher Sportwetten, Radsport läuft in der Kundenansprache weit hinten mit, und die Konsequenz daraus trifft den Leser direkt. Wo eine Sportart wenig Umsatz bringt, gibt es weniger Märkte, weniger Vorberichterstattung und weniger Personal, das sich mit Startlisten auskennt.

Die Tour de France ist dabei der eine Radsport-Anlass, bei dem sich das ändert. Drei Wochen lang ist der Sport groß genug, dass Anbieter ihre Radsport-Rubrik überhaupt sichtbar aufmachen. Wer außerhalb dieser drei Wochen auf die Vuelta oder den Giro setzen will, findet bei denselben Buchmachern oft nur eine Handvoll Märkte oder gar keine.
Die erste Entscheidung lautet deshalb nicht „welcher Anbieter hat die besten Quoten“, sondern „welcher Anbieter behandelt Radsport nicht als Anhang“. Das lässt sich, anders als ein Quotenvergleich, vor der Anmeldung prüfen. Man öffnet die Wettseite des Anbieters, ruft die Rubrik Radsport auf und sieht innerhalb von zwei Minuten, ob dort ein Kalender mit Etappen, Startlisten und mehreren Märkten pro Etappe steht oder ob ein einzelner Gesamtsieger-Markt die ganze Rubrik ausmacht.
Was dabei in Deutschland zählt, unterscheidet sich von dem, was bei Fußball zählt. Ein Fußball-Wetter findet bei jedem Anbieter Dutzende Märkte pro Spiel und wählt nach der Quote. Beim Radsport ist die Markttiefe die Engstelle. Der Vielfalt-Sucher und der Profi landen bei verschiedenen Anbietern, nicht bei demselben.
Die zweite Entscheidung ist eine Rechtsfrage, und sie ist die einzige, die vor allen Quoten kommt. In Deutschland darf Sportwetten nur veranstalten und vermitteln, wer die Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 GlüStV in Verbindung mit § 27f Abs. 1 GlüStV besitzt. Eine maltesische, curaçaoische oder Anjouan-Erlaubnis hat hier keine Bedeutung. Der Prüftest ist die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder nach § 9 Abs. 8 GlüStV — die offizielle Übersicht der erlaubten Anbieter, und die einzige.
Zu viel Sport im Kalender: wo die Selbstkontrolle anfängt
Eine Rundfahrt ist ein dreiwöchiger Dauerkalender. Wer nicht auf ein einzelnes Rennen setzt, sondern drei Wochen lang täglich eine Etappe begleitet, verliert die natürlichen Pausen, die Fußball und vieles andere mitliefern. Das ist der Punkt, an dem Einzahlungslimit, Sperrsystem und Auszeit ihre Arbeit tun müssen, und darum stehen sie hier vorn und nicht am Rand.
Das Einzahlungslimit ist in Deutschland keine Funktion, die ein Anbieter spendiert, sondern eine Vorgabe. Nach § 6c Abs. 1 GlüStV gilt standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Wer mehr einzahlen will, braucht einen Nachweis seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, der belegbar ist — eine Selbstauskunft reicht nicht. Der Anbieter, dessen Erlaubnis das vorsieht, kann dann individuell anheben, bis 10.000 € und in einem engen Rahmen bis 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler.
Das Limit hat eine Richtungseigenschaft, die man kennen sollte: Abgesenkt wird sofort, angehoben erst nach sieben Tagen. Wer nach drei schlechten Etappen panisch klickt und sich mehr Raum gibt, wartet eine Woche. Genau diese Verzögerung ist die Absicht.
Bei den Anbietern aus dem Vergleich gelten diese Grenzen, weil alle zehn unter deutscher Erlaubnis arbeiten. Ein Anbieter ohne deutschen Permit ist an LUGAS überhaupt nicht angeschlossen — er kennt das Monatslimit nicht, und er weiß auch nicht, wenn der Spieler sich bei einem anderen Haus sperren ließ. Der Limitgedanke endet an der Grenze der Lizenzwelt, und wer zwischen legalen und nicht legalen Seiten wechselt, verlässt den Schutz praktisch vollständig.
OASIS, das Sperrsystem der Länder nach §§ 8, 8a GlüStV, wird bei der Registrierung und bei jedem Login abgefragt. Wer sich selbst sperrt und dabei einen Zeitraum nennt, ist mindestens drei Monate gesperrt; wer keinen nennt, mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 GlüStV löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus — die richtige Taste für den Moment, in dem eine Serie aus dem Ruder läuft.
Die parallele Nutzung mehrerer Konten bei verschiedenen Anbietern ist untersagt; die Aktivitätsdatei LUGAS führt genau darüber Buch. Ein Konto pro Anbieter, vollständige Überprüfung der Person nach § 6a GlüStV; vor der Verifizierung darf der Anbieter allenfalls 72 Stunden lang Spiel erlauben, mit 100 € Einzahlungslimit und ohne Auszahlungen.
Wer während einer Rundfahrt den Überblick verliert, findet Hilfe nicht beim Buchmacher, sondern bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit dem kostenlosen Beratungsangebot, bei der Landeskoordinierungsstelle Glücksspielsucht und bei den örtlichen Suchtberatungsstellen. Das ist der Teil dieses Textes, an dem keine Pointe steht, weil sie dort nicht hingehört.
Was auf einer Tour-Etappe überhaupt gesetzt werden kann
Das Wettangebot bei Radrennsport folgt derselben Systematik wie bei anderen Sportarten, nur mit anderen Bezugspunkten. Erlaubt sind nach § 21 Abs. 1 GlüStV Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts und auf Vorkommnisse darin — als Einzelwette oder als Kombinationswette verbunden. Erlaubt ist zudem nur, was die GGL im jeweiligen Sportwettprogramm nach § 21 Abs. 5 GlüStV freigegeben hat. Ein Anbieter darf ein Programm also nicht nach Gusto erweitern.
Die klassische Wette ist der Gesamtsieg. Sie läuft über drei Wochen, bindet Kapital über drei Wochen und endet am Sonntag in Paris. Ihr Preis ändert sich kaum, weil sich die Lage selten schnell ändert — bis ein Massensturz eintritt und das halbe Feld drei Minuten verliert. Genau dieser eine Nachmittag ist der Grund, warum Gesamtsieg-Quoten Wochen vor dem Grand Départ wenig aussagen.
Die Etappenwette ist das Gegenstück: drei bis fünf Stunden Laufzeit, ein Zieleinlauf, ein Ergebnis. Sie ist die Wette, die zur Art des Rennens passt, und zugleich die, bei der das Feld am schwersten einzuschätzen ist. Sprinteretappen und Bergankünfte ziehen völlig unterschiedliche Fahrer in den Kreis der möglichen Gewinner, und wer sein eigenes Wissen über die Favoritenübersicht der Buchmacher sortiert, landet bei zwei oder drei Namen, die im Ziel tatsächlich zusammen ankommen.
Dazwischen liegt die Trikotwertung, und sie ist die unterschätzte Gruppe. Für Punkte- und Bergwertung gibt es klare Zählregeln, und ein Fahrer, der sich erkennbar auf ein Sondertrikot konzentriert, sammelt seine Zähler oft schon auf Etappen, deren Zieleinlauf für andere Sportwetten uninteressant ist. Bei der Tour 2026 war das nachzulesen: Mads Pedersen von Lidl-Trek holte das grüne Trikot, Richard Carapaz von EF Education-EasyPost das gepunktete. Nachwuchswertung und Mannschaftswertung kommen hinzu, sind aber in kleinerem Angebot zu finden.
Dazu kommen die Duellwetten. Zwei Fahrer gegeneinander, nur eine Platzierung entscheidet — eine Wettform, die im Radsport gegen die Unübersichtlichkeit arbeitet, weil der Nutzer nicht das ganze Feld kennen muss, sondern einen einzigen Vergleich. Duellwetten sind von der Zulässigkeit abgedeckt, weil sie auf den Ausgang eines abgegrenzten Teils eines Ereignisses laufen; nicht jeder Anbieter führt sie für Radsport.
Bei einer mehrtägigen Rundfahrt lohnt eine Orientierungsregel: Je weiter der Bezugspunkt eines Marktes entfernt liegt, desto weniger weiß eine Quote über die tatsächliche Wahrscheinlichkeit. Der Gesamtsieger-Markt des kommenden Juli ist im Januar noch eine Wette auf Kaderentscheidungen und Sturzfreiheit, während die Etappenwette am Vorabend eines Sprints über ein eingespieltes Bild verfügt.
Die Quote, die Marge und der Rest, den niemand bewirbt
Auszahlungsquote heißt die Zahl, die selten am Markt selbst steht. Sie sagt, welchen Anteil aller Einsätze einen Markt in Summe an die Spieler zurückgibt, und man findet sie, indem man die Kehrwerte der Quoten aller möglichen Ausgänge eines Marktes addiert und aus der Summe den Kehrwert bildet. Die Marge ist das, was dann übrig bleibt.
Ein Beispiel, das ausdrücklich kein abgelesener Preis ist, sondern eine Rechnung: ein Zwei-Weg-Markt mit 1,90 für jede Seite. Die Kehrwerte sind zweimal rund 0,5263, die Summe liegt bei 1,0526, die Auszahlungsquote damit zwischen 94,9 % und 95,1 % und die Marge entsprechend in einem Band von 4,9 % bis 5,1 %. Das ist der Preis für den Betrieb, und er steckt schon in der Quote, bevor der Nutzer sie sieht. Für einen Einsatz von 100 € bedeutet dieser Satz rechnerisch rund 5 €, die vom zurückgezahlten Betrag abgehen — unabhängig davon, wie die Wette ausgeht. Das ist eine statistische Größe und kein Versprechen über einzelne Wetten; wer ständig nur Wetten mit einer Marge von 5 % abschließt, gibt unter sonst gleichen Bedingungen etwa die Hälfte dessen aus, was er bei einem Markt mit rund 2,5 % Marge verlieren würde.
Tour-de-France-Quoten lassen sich deshalb nicht als eine Zahl bewundern. Eine Zwei-Weg-Duellwette auf zwei Fahrer trägt eine andere Marge als der 35 Namen umfassende Siegermarkt einer Bergankunft, und beide liegen anders als der 1X2-Markt eines Fußballspiels am selben Tag. Der breite Markt ist für den Anbieter ein Handicap; der enge Markt ist es nicht, und das schlägt sich in der Auszahlungsquote nieder.
Ein reales Beispiel für die Kommunikation solcher Zahlen liefert Winamax. Der Anbieter bewirbt sich auf seiner Website mit dem Satz, man zahle keine Wettsteuer und habe die besten Quoten. Für die zweite Hälfte dieser Aussage verweist das Haus auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball im Zeitraum vom 01.04.2025 bis zum 30.08.2025, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. Man muss nichts gegen Winamax haben, um zu sehen, dass ein Vergleich, aus dem ein Anbieter selbst als Gewinner hervorgeht, und eine Zahl, die in knapp jedem zweiten Fall zutrifft, zwei verschiedene Botschaften sind. Fast jeder untersuchte Wettbewerber stand in der Mehrheit der Fälle weiter vorn — was in der Werbung nicht steht.
Zur Sportwettensteuer gibt es eine verbreitete Verwechslung, die teuer werden kann. Nach §§ 16 bis 25 RennwLottG beträgt die Sportwettensteuer 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, wie §§ 17, 18 RennwLottG sie definieren. Das ist nicht dasselbe wie 5,3 % des Einsatzes: Umgerechnet auf den eingezahlten Betrag sind es rund 5,03 %. Schuldner der Steuer ist nach § 19 RennwLottG der Veranstalter der Wette, nicht der Wettende. Ob und wie ein Anbieter sie an seine Kunden weitergibt, steht in dessen eigenen Bedingungen und nirgends sonst. Die Steuer fällt übrigens auch bei Anbietern ohne Erlaubnis an; eine bezahlte Steuer ist also kein Nachweis einer Lizenz.
Grundlagen, die man einmal liest und dann nicht mehr sucht
Die Tour de France ist ein jährliches Etappenrennen und wird von der Amaury Sport Organisation veranstaltet, die diese Rolle seit 1992 trägt. Gegründet wurde sie von der Sportzeitung „L’Auto“; die erste Ausgabe startete am 1. Juli 1903 mit 60 Fahrern. Damals war sie 2.428 km lang. Was die Rundfahrt in gut 120 Jahren wurde, lässt sich an den Kilometern ablesen: 1926 waren es 5.745 km, und seit dem Dopingskandal von 1998 liegt die Streckenlänge wieder bei rund 3.500 km.

Die Ausgabe 2026 lief vom 4. bis zum 26. Juli mit Start in Barcelona und Ziel in Paris über 21 Etappen und insgesamt 3.245 km. Die Schlussetappe ist seit 1967 immer an einem Sonntag. Die Gesamtwertung entsteht aus den addierten Zeiten der Fahrer, nicht aus Platzierungspunkten — ein Detail, das die Mechanik jeder Gesamtsieg-Wette erklärt.
Der Modus ist über die Jahre schlanker geworden. Seit 2018 bestehen die Teams bei der Tour aus acht Fahrern, davor aus neun. Die 18 UCI WorldTeams sind zur Teilnahme verpflichtet, dazu kommen Einladungen an kleinere Mannschaften über Wildcards. Für ein Wetterfolg wichtiger ist eine andere Folge dieser Verkleinerung: acht Fahrer bedeuten, dass ein Team einen Sprinter und einen Klassement-Fahrer kaum noch mit voller Mannschaft absichern kann.
Die Trikots geben dem Angebot seine Struktur. Gelb trägt die Gesamtwertung, Grün die Punktewertung, das gepunktete Trikot die Bergwertung und Weiß die Nachwuchswertung. Wer sich mit diesen vier Wertungen beschäftigt, versteht jeden Markt, den ein Anbieter unter Tour de France führt, weil jeder davon auf eine dieser Größen oder auf einen Abschnitt eines Rennens verweist.
Historisch wurden fünf Fahrer je fünfmal Gesamtsieger: Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault, Miguel Indurain und Tadej Pogačar, dessen fünfter Erfolg ins Jahr 2026 fällt (nach 2020, 2021, 2024, 2025 und 2026). Für Quoten ist Vergangenheit kein Argument, aber für die Marktkommunikation: Ein Anbieter, der im Juli 2027 die Namen der fünf Rekordsieger in seine Etappenvorschau schreibt und die Nachwuchswertung ignoriert, hat eine bestimmte Sorte Publikum im Blick und eine andere nicht.
Der eigentliche Kalender, der im Radsport den Spielplan ersetzt, sind Streckenprofil und Etappentyp. Wer das Profil einer Bergetappe kennt, kann einschätzen, ob auf einen Massensprint oder einen Ausreißer zu setzen ist, und genau diese Einschätzung ist der Unterschied zwischen einer Quote, die man liest, und einer, die man versteht. Die 21 Etappen der Ausgabe 2026 umfassten flache Sprintabschnitte, hügelige Übergänge, Bergankünfte und ein Einzelzeitfahren; die Verteilung dieser Typen entscheidet darüber, welcher Fahrertyp Punkte und Bergpunkte sammelt und damit über zwei Trikotmärkte.
Ein Zeitfahren verdient einen eigenen Satz, weil es formal eine Etappe ist und inhaltlich ein Einzelrennen. Der Windschatten entfällt, die Fahrer gehen einzeln auf die Strecke, und die Quoten werden nach anderen Kriterien gebildet. Wer bis drei Minuten vor dem Start eines Zeitfahrens einkauft, kann einen Rückstand gegen einen Spezialisten einkalkulieren, der in einer Straßenetappe schlicht irrelevant wäre.
Livewetten und Cash Out: was in Deutschland stattfinden darf
Livewetten sind der Punkt, an dem das deutsche Recht den Produktumfang sichtbar einschneidet. Nach § 21 Abs. 4 GlüStV ist während eines laufenden Ereignisses nur auf den Endausgang oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten erlaubt, in denen solche Ereignisse selten sind. Der nächste Treffer im Fußball ist zulässig, der nächste Satz im Tennis ebenfalls. Nicht zulässig sind im Tennis der nächste Punkt und im Basketball der nächste Korb, und für den Radsport nach demselben Maßstab: ein nächster Zieleinlauf während einer laufenden Etappe oder eine Wette auf die nächste Bergwertung ist keine zulässige Live-Wette, weil solche Ereignisse in einem Rennen je Etappe einmal eintreten und damit nicht selten sind.
Daraus folgt etwas, das kein Anbieter freiwillig erklärt: Eine Live-Wette mitten in der Etappe, über die man in Foren liest, kommt aus diesem rechtlichen Rahmen heraus nicht in Betracht. Die Livewetten eines deutschen Anbieters laufen auf die Gesamtklassifizierungen, also auf den Endausgang des Rennens, während es läuft. Wer eine Wette auf den Etappensieger sucht, während das Feld gerade am vorletzten Berg ist, sucht in Deutschland vergeblich — und zwar bei jedem der zehn Anbieter, deren Sportwetten im Internet auf der Whitelist stehen.
Ein weiterer Unterschied betrifft die Auszahlung. In Deutschland werden Gewinne erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Bei einer Etappenwette heißt das nach dem Zieleinlauf und der offiziellen Bestätigung, bei einer Gesamtsieg-Wette nach dem 26. Juli. Wer aus einer Ligawette heraus Auszahlungen als Sofortgeld gewohnt ist, sollte sich hier nicht auf eine Zwischenauszahlung verlassen.
Unzulässig sind ferner Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren; nach der Praxis der GGL fällt Fußball unterhalb der 3. Liga in diese Kategorie. Unzulässig sind auch manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung nach § 21 Abs. 1a GlüStV. Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind in Deutschland überhaupt nicht möglich. Zur Einordnung der Sportart gehört ein Punkt, der oft falsch weitergegeben wird: E-Sport ist nach der Auffassung der GGL kein Sport, und lizenzierte E-Sport-Wetten gibt es in Deutschland nicht.
Cash Out ist davon zu unterscheiden, weil es keine Wettart ist, sondern eine Funktion des Anbieters, und in den GlüStV-Regeln keine eigene Grundlage hat. Wie eine solche Funktion aussieht, lässt sich an einem konkreten Haus beschreiben. Bei Betway erscheint das grüne Symbol zum Cash Out unter „Meine Wetten“, der aktuelle Wert der Wette wird angezeigt, und ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil. Wer eine Optionsfunktion nutzt, sollte sich darüber klar sein, dass der angebotene Wert üblicherweise unter dem Echtwert der noch laufenden Wette liegt; der Verzicht auf den weiteren Verlauf ist der Preis dieser Funktion.
Welche Zahl neben der Quote noch zählt
Ein Mindestquote und ein Stichtag sind die beiden Bedingungen, die einer gut klingenden Werbeaussage am häufigsten die Luft nehmen. Ein Mindestquoten-Kriterium kann vollkommen unsichtbar machen, dass der beworbene Umsatz nicht mit der Strategie erreichbar ist, die der Nutzer eigentlich verfolgt — 2.000 € Umsatz zu einer Mindestquote von 2,00 sind nun einmal 2.000 € Umsatz zu einer Mindestquote von 2,00, ganz gleich wie klug man sie zu umschiffen versucht.
Es gibt dabei eine Grenze, die manchensollte: Der Gesetzgeber setzt keine Obergrenze für belastende Umsatzbedingungen und keine Quote dafür, was ein Angebot verlangen darf. § 5 Abs. 7 GlüStV erlaubt Werbung nur Erlaubnisinhabern, und § 5 Abs. 3 und 6 GlüStV verbieten in der Sportwetten-Werbung unter anderem Bezahlung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz — eine Regel, die sich gegen Vertriebsmodelle richtet und nicht gegen den Leser eines Textes. Wer ein Angebot bewirbt, ist also immer ein Erlaubnisinhaber; was er Bewerben nicht darf, ist eine Umsatzbedingung, die er nicht auch in seinen eigenen Bedingungen stehen hat.
Wer eine Gratiswette nutzt, sollte den häufigsten Fall kennen: Bei einer Freiwette, deren Einsatz nicht ausgezahlt wird, bringt ein Treffer den Gewinn der Wette, aber nicht den Einsatz zurück. Bei einer Quote von 2,00 verdoppelt man also nicht sein Guthaben, sondern gewinnt den Betrag, der über dem Einsatz liegt — die Rechnung bleibt der Einsatz. Dasselbe gilt, wenn ein Anbieter eine Wette als „risikofrei“ bewirbt und den Verlust im Fall des Scheiterns als Freiwette erstattet: Zurück kommt kein Geld, sondern eine Wette, die denselben Mechanismus noch einmal durchläuft.
Für diesen Text genügt deshalb eine Regel: Vor dem Kauf den Umsatz, die Mindestquote und den Stichtag lesen, und zwar in den Bedingungen des Anbieters und nicht in der Anzeige. Was in einer Anzeige fehlt, steht in den Bedingungen meistens trotzdem. Wer die drei Punkte nicht findet, hat keinen Grund, das Angebot zu nutzen.
Whitelist, Anbieter und Erlaubnisinhaber im Vergleich
Die folgende Übersicht prüft dieselbe Frage für jedes Haus: Steht der Anbieter mit einer Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist, und wer ist der Inhaber?
| Anbieter | Eintrag auf der Whitelist | Inhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|---|
| ODDSET | Sportwetten-Erlaubnis für ODDSET | Oddset Sportwetten GmbH | 15.12.2022 |
| Tiptorro | Sportwetten-Erlaubnis für Tiptorro | Torro Tec Limited | 30.06.2021 |
| Winamax | Sportwetten-Erlaubnis für Winamax | WINAMAX (Société anonyme) | 29.06.2021 |
| VBet | Sportwetten-Erlaubnis für VBet | SCGO Limited | 05.12.2023 |
| Sportingbet | Sportwetten-Erlaubnis für Sportingbet | Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| Betano | Sportwetten-Erlaubnis für Betano | Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021 |
| NEO.bet | Sportwetten-Erlaubnis für NEO.bet | Greenvest Betting Limited | 09.10.2020 |
| Betway | Sportwetten-Erlaubnis für Betway | Betway Limited | 09.03.2021 |
| Bet3000 | Sportwetten-Erlaubnis für Bet3000 | I.B.C. Sportsbetting Limited | 22.04.2026 |
| Interwetten | Sportwetten-Erlaubnis für Interwetten | Interwetten Gaming Limited | 02.11.2020 |
Alle Angaben spiegeln den Stand der Liste vom 2. Oktober 2026. Die Liste nennt Erteilungsdaten und kein Enddatum, und eine erste Erlaubnis gilt nach § 4c Abs. 1 GlüStV fünf Jahre. Wer aus einem Datum in der Tabelle auf ein Ablaufdatum schließt, rechnet etwas hinzu, das der Eintrag nicht hergibt. Die Mehrzahl der Häuser erhielt nach dem Erstdatum eine Folgeerlaubnis; die Tabelle nennt jeweils die aktuelle Erlaubnis.
Die Spannbreite der Erlaubnisdaten von 2020 bis April 2026 ist behördliche Chronologie und keine Rangfolge. Bet3000 steht mit dem jüngsten Erstdatum in dieser Gruppe an einer Zeitrechnung und nicht an einem Qualitätsurteil: Wer zuletzt eine Erlaubnis bekommen hat, hat den Markt zuletzt betreten und musste sich anders positionieren als ein Haus, das seit 2020 im Markt steht.
Ein Punkt, den die Tabelle nicht zeigt: Für jedes der zehn Häuser bezieht sich die Sportwetten-Erlaubnis auf genau die genannte Domain. Erlaubnisse für Spielautomaten, Online-Poker oder Online-Casino sind andere Erlaubnisse mit anderen Regeln und sagen über das Sportwettenangebot nichts aus. Daraus folgt, dass die Domain, nicht das Unternehmen, den Bezugspunkt jeder Prüfung bildet: Bet264 Limited hat noch lange keine Sportwetten-Erlaubnis, wenn das Haus eine solche nur für eine andere Domain hält.
Und noch eine Konsequenz, die mancher überliest: Die Whitelist ist lang. Die Liste vom 2. Oktober 2026 umfasst 30 Einträge, die sich auf 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis verteilen — zwei davon haben zusätzlich eine Pferdewetten-Erlaubnis — plus drei Inhaber, die ausschließlich Pferdewetten anbieten. Eine Liste von zehn Anbietern ist eine Auswahl aus dieser Menge, nicht die Menge selbst. Wer einen Anbieter sucht, den dieser Text nicht nennt, wird auf der Whitelist der GGL fündig, und das ist die richtige erste Adresse.
Was eine Whitelist-Prüfung in der Praxis kostet
Wer prüfen will, ob ein Anbieter Sportwetten in Deutschland anbieten darf, braucht drei Minuten und keinen Rat von außen. Auf der Website der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder liegt die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV als Übersicht der erlaubten Glücksspielanbieter — und dort sucht man die Domain, nicht das Logo und nicht die Marke.
Der erste Punkt, an dem die Suche kippt, ist ein Detail: Die Whitelist führt Domain und Inhaber getrennt. Man findet dort eine Firma, die man noch nie gehört hat, und eine Domain, die man kennt. Das ist kein Fehler, sondern der Normalfall: Hinter einer deutschen Wettseite steht in vielen Fällen eine maltesische Gesellschaft. Wer den Betreiber sehen will, findet ihn in der Liste.
Der zweite Punkt ist der, an dem eine schwache Prüfung sich selbst verrät: Eine .de-Domain beweist nichts. Jedes Haus kann eine deutsche Adresse führen, ob es eine Erlaubnis hat oder nicht. Der Name endet also nur dort, wo die Whitelist ausdrücklich eine Sportwetten-Erlaubnis listet.
Der dritte Punkt richtet sich an alle, die mit einem Anbieter von außerhalb liebäugeln. Wer Sportwetten im Internet in Deutschland anbietet, ohne im Besitz einer Erlaubnis zu sein, veranstaltet unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Das ist keine Formalität: Die Whitelist-Prüfung entscheidet über Limits, über Spielerschutz und über einen zivilrechtlichen Weg. Wer bei einem nicht erlaubten Anbieter spielt, hat keinen Zugang zu OASIS, kein LUGAS-Limit und keine deutsche Anlaufstelle, wenn Geld oder Konto zum Streitfall werden.
Die GGL warnt seit Langem in dieser Richtung. Am 17. September 2026 sprach die Behörde ausdrücklich eine Warnung vor der Teilnahme an illegalen Angeboten aus, „wie etwa Platincasino“. Eine Anbieter-Marke, die nicht auf der Whitelist steht, ist damit nicht nur keine Empfehlung dieses Textes, sondern Gegenstand einer behördlichen Warnung.
Es gibt noch die dritte Kategorie, die zwischen legal und schwarz liegt, und sie ist 2026 die interessanteste. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit eines Sportwettenvertrags entgegensteht (Az. I ZR 90/23); der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Am 19. März 2026 hat Generalanwalt Nicholas Emiliou in seinen Schlussanträgen in der Rechtssache C-530/24 den Weg gewiesen, der einen unerlaubten Sportwettenanbieter grundsätzlich zur Rückzahlung verlorener Einsätze verpflichten kann; er hat zugleich die Ausnahme anerkannt, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Ob und wie der EuGH entscheidet, steht zu diesem Zeitpunkt offen, und zugesagt ist nach einem Schlussantrag nichts. Wer heute bei einem Anbieter ohne Erlaubnis spielt und damit rechnet, seine Einsätze später zurückzuholen, rechnet mit einem Verfahren und nicht mit einer Auszahlung.
Was von einer Sportwette am Ende beim Wettenden ankommt
Der Weg des Geldes in Deutschland ist vorgeschrieben, und er erklärt, warum es bei legalen Anbietern nicht viele Bezahlwege gibt. Nach § 6b Abs. 4 GlüStV sind nur Zahlungen von einem Zahlungskonto erlaubt, das auf den Namen des Spielenden lautet und bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut geführt wird. Anonyme Zahlungsmittel sind damit ausgeschlossen. Das ist der Mechanismus, der Krypto und anonymes Prepaid aus dem erlaubten deutschen Sportwettenmarkt heraushält, und welcher Zahlungsdienstleister konkret akzeptiert wird, entscheidet jedes Haus für sich und schreibt es in seine Bedingungen.
Spielerguthaben liegen auf einem treuhänderischen, insolvenzgeschützten Konto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben nach § 6b Abs. 6 und 7 GlüStV innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt. Wer wissen will, was ein Anbieterwechsel wirklich kostet, liest diese zwei Sätze: Es gibt keine Frist, in der ein Guthaben erst verdient werden müsste, und keine Auszahlungsgebühr, die sich aus dem Gesetz ableiten ließe.
Die Kehrseite derselben Regeln ist die Verifizierung. Ein Konto pro Anbieter, vollständige Identitätsprüfung vor der ersten Auszahlung, und bis dahin maximal 72 Stunden Spielzeit mit 100 € Einzahlungslimit. Wer drei Häuser testen will, verifiziert sich dreimal.
Zehn Anbieter, die Radsport in Deutschland anbieten dürfen
Alle zehn Häuser halten eine Sportwetten-Erlaubnis für ihre jeweilige Domain. Was das Wettangebot im Radsport selbst enthält, ist die individuelle Entscheidung jedes Anbieters und daher das eigentliche Unterscheidungskriterium; ein Marktranken an dieser Stelle reicht nicht.
ODDSET: das staatlich geprägte Haus mit dem ältesten Auftritt
Die ODDSET Sportwetten GmbH erhielt am 15.12.2022 die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb; Aufsichtsbehörde ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale). Wer die ODDSET-Marke kennt, kennt sie aus Annahmestellen, und dieser Hintergrund prägt den Auftritt bis heute: Das Angebot ist eher konventionell als breit, und wer Radsport in voller Markttiefe sucht, wird eher bei einem der jüngeren Häuser fündig. Der stationäre Vertrieb ist dagegen das Argument, das kein reiner Online-Anbieter kopieren kann.
Die Verzahnung von Erlaubnis, Aufsicht und Markttradition ist bei kaum einem anderen Haus so eng, und diese Nähe hat eine praktische Folge: Wer bettete Limitfragen oder Spielerschutzvorgaben und die Frage, welche Instanz dahintersteht, prüfen will, kann auf die Behördenangaben der Aufsicht verweisen. Für Radsportwetten bedeutet das eine ruhige Grundlage und eine schmale Auswahl. Wer mit dem Anbieter aufgewachsen ist oder die Verlässlichkeit eines stationären Zugangs sucht, ist hier richtig; wer Etappenmärkte und Duellwetten als Hauptprodukt sucht, kauft woanders mehr Auswahl.
Tiptorro: der junge Auftritt für ein junges Publikum
Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited mit Sitz in Malta angeboten, die sich als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder beschreibt und dieses Selbstzeugnis auf die Whitelist stützt. Der Erlaubnis nach ist das Haus erst seit 2021 im Markt, und der Auftritt spiegelt das: mobile Bedienung zuerst, klare Oberflächen, wenig Ballast für Einsteiger.
Diese Konzentration auf das Wesentliche ist zugleich die Einschränkung. Wer Radsportwetten als Hauptprodukt pflegt, hat daran eine Weile gearbeitet; wer gerade erst eingestiegen ist, hat vor allem eine saubere, schnelle Oberfläche. Ein junger Auftritt ist keine Qualitätsaussage, er ist eine Auswahl für den, der keine Randligen, keine Dutzend-Kombinationen und keine langen Marktlisten braucht, sondern zwei, drei Wege und eine Bedienung, die sitzt. Wer sich zum ersten Mal mit einer Wett-App beschäftigt, ist hier einen Versuch wert; wer ein Randprodukt wie Radsport in Tiefe und mit etablierten Marktlisten sucht, fährt bei einem älteren Haus besser.
Winamax: das Haus, das seine Quote selbst vermessen lässt
Winamax kann auf die wertvollste Währung verweisen, die ein Buchmacher hat: eine unabhängige Quote. Der Anbieter bewirbt sich im Footer seiner Website mit „0% Wettsteuer und die besten Quoten“, und dahinter steht eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball vom 01.04.2025 bis 30.08.2025, in der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. Damit ist erstmals in diesem Vergleich ein Quotenniveau außerhalb der Werbebehauptungen erfassbar.
Eine Studie mit einer Stichprobe von 2.967 Spielen verhält sich zu früheren Jahren anders als zu einem einzelnen Abend. Wer eine lange Serie von Etappen-Ergebnissen vor sich sieht, sollte deshalb nicht nur die Ranghäufigkeit betrachten, sondern auch, ob das untersuchte Quotenprodukt das ist, das er spielen möchte — die Studie deckt Fußball, Tennis und Handball ab, nicht Radsport. Ein aufmerksamer Leser der Methodik wird feststellen, dass die Wahl des Zeitraums und der Sportarten über die Ranghäufigkeit entscheidet, und dass ein Anbieter, der einen Vergleich veranlassen kann, Interesse an dessen Länge hat.
Für Radsportwetten lässt sich dieselbe Methodik nicht 1:1 übertragen: Eine 35-Namen-Quotierung ist bei einem anderen Anbieter nicht die 35-Namen-Quotierung eines selbstbeauftragten Vergleichs. Der für die Tour aussagekräftigste Test ist immer noch der eigene: dieselbe Etappenwette bei zwei Häusern eingeben und die Quote vergleichen. Wer regelmäßig auf Gesamtsieger und Wertungen spielt und dabei nicht nur kurzfristige Sonderaktionen sucht, ist bei diesem Anbieter einen Blick wert; wer vor allem Markttiefe für Einzeletappen sucht, prüft die Radsport-Rubrik vor der Anmeldung.
VBet: die Erlaubnis ist jung, der Markt ist da
Die SCGO Limited, Veranstalterin der Sportwetten unter Vbet.de, hat ihren Sitz im Luxe Pavilion im Diamonds International Building in Portomaso, St. Julian’s, Malta; die GGL verzeichnet die Sportwetten-Erlaubnis für die Domain VBet seit dem 5. Dezember 2023. Damit liegt VBet in dieser Gruppe zwischen den Häusern aus 2020 und Bet3000 aus 2026.
Ein Anbieter mit einer Erlaubnis aus 2023 hat den Vorteil, in einem gereiften Markt gestartet zu sein: Die Standards sind bekannt, und die Ausgestaltung ist selten improvisiert. Die Kehrseite ist die Marke an sich: VBet ist in Deutschland weniger bekannt als die staatliche oder die großen Sportmarken, was für den Nutzer nur insofern zählt, als die Routinen des Supports dann neu zu lesen sind.
Zur Vorgehensweise: Wer den Kontoeröffnungsprozess prüfen muss, sollte sich vor der Registrierung über die Modalitäten des Anbieters informieren und nicht auf Nutzerberichte verlassen. Ein Haus, das seit Dezember 2023 im deutschen Markt aktiv ist, sollte man am Konto nicht schlechter behandeln, als man es an der Kontaktstelle tut.
Sportingbet: das breite Sportprogramm mit Konfigurator
Sportingbet bietet nach eigener Darstellung einen „Konfigurator+“ und Live-Wetten an; zu den Sportarten zählen unter anderem Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker. Im November 2020 startete das Haus im deutschen Markt, im Dezember 2022 folgte die aktuelle Erlaubnis.
Der Name Konfigurator+ ist mehr als Wortspielerei: Er bezeichnet ein Baukastenprinzip, mit dem Auswahlen aus mehreren Märkten zusammengezogen werden können, und ein solcher Baukasten nützt im Radsport mehr als in jeder anderen Sportart, weil sich die Legs desselben Rennens sauber verketten lassen. Wer eine Rundfahrt als Ganzes mitverfolgt und mehrere Einzelausgänge zu einem einzigen Wettschein bündeln will, findet hier die passende Mechanik.
Die Breite hat ihren Preis: Bei einem Haus mit dieser Spannweite treten Randsportarten stärker in den Hintergrund. Wer etablierte Sportarten sucht, ist hier gut aufgestellt; wer prüfen will, ob das Radsportprogramm einer Bergankunft genauso viel Aufmerksamkeit bekommt wie ein Champions-League-Spieltag, prüft es selbst.
Betano: Bet Builder, Cash Out und Live-Streaming
Die App „Betano Sportwetten und Slots“ wird im Apple App Store von der KAIZEN GAMING INTERNATIONAL LIMITED angeboten; die Entwicklerbeschreibung nennt Bet Builder, also das Kombinieren mehrerer Märkte eines Spiels, Cash Out und Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL. Der Konzern diversifiziert stärker als ein reiner Sportwetten-Anbieter. Seit 2021 ist die Erlaubnis im deutschen Markt gültig.
Das Live-Streaming-Angebot dieses Hauses ist insofern bemerkenswert, als es in der Beschreibung nicht die Wettarten, sondern die Übertragungen in den Vordergrund rückt: ein Hinweis darauf, wo das Haus seine Seher sieht. Wer eine Sportart vor allem deshalb verfolgt, weil er sie auch als Übertragung mitverfolgen will, hat hier einen Mehrwert, der sich nicht in der Quote niederschlägt, sondern in der Nutzung. Das ist die Stärke eines Anbieters, der eine Bühne baut, statt eine Liste zu führen.
Für Radsportwetten gilt die Einschränkung dieser Produktlinie: Live-Streaming und Cash Out sind zwei verschiedene Dinge, und nur eines davon ist im deutschen Recht ausdrücklich geregelt. Wer die Streamingliste in seine Anbieterwahl einbezieht, sollte prüfen, ob sein Sport darin vorkommt.
NEO.bet: der Betreiber, der nur über die Liste bekannt wird
Auf der Whitelist der GGL ist für NEO.bet die Greenvest Betting Limited als Betreiberin geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Damit ist NEO.bet zugleich eine der längsten Erlaubnishistorien in dieser Gruppe und eine der unbekannteren Marken.
Diese Kombination ist für den Leser ungewöhnlich: Ein Anbieter, der seit dem Oktober 2020 legitimiert ist, aber nicht zu den Marken gehört, über die in Foren gesprochen wird. Wer nach Bekanntheit auswählt, wird hier nicht fündig; wer nach Erlaubnisdauer auswählt, findet ein etabliertes Haus.
Nüchtern betrachtet ist die Brandbekanntheit für die Produktqualität wenig aussagekräftig: Die Whitelist prüft Erlaubnis, nicht Marktanteil. Wer wissen will, ob NEO.bet gute Radsportwetten anbietet, muss die eigene Wettseite öffnen, weil öffentlich gepflegte Vergleiche dazu fehlen. Diese Prüfung ist aufwendiger als bei einem populären Anbieter — dafür ist der Mitbewerber-Überhang geringer.
Betway: Cash Out mit Teilauszahlung und Wettkonfigurator
Beim Betway-Cash-Out erscheint das grüne Symbol unter „Meine Wetten“; der Wert der Wette wird angezeigt, ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil. Darüber hinaus bietet das Haus einen Wettkonfigurator für Fußballspiele, der Auswahlen aus verschiedenen Partien zu einer Kombination verbindet. Die GGL verzeichnet die Sportwetten-Erlaubnis für Betway.de seit dem 09.03.2021, gefolgt von einer Folgeerlaubnis am 23.12.2022.
Die Teilauszahlung ist der interessantere Teil dieser Beschreibung. Wer nur einen Teil einer laufenden Wette auszahlen lässt, behält den Rest und damit einen Teil des Risikos — ein Vorgang, der betriebswirtschaftlich plausibel ist, aber bei einer Gesamtsieg-Wette, die drei Wochen läuft, noch einmal andere Bedeutung gewinnt als bei einer Fußballpartie. Insofern ist Betway in diesem Feld nicht durch die Existenz der Funktion unterschieden, sondern durch ihre Ausgestaltung.
Der Konfigurator richtet sich nach der Beschreibung ausdrücklich an Fußballspiele. Wer die Funktion deshalb in ein Radsportprogramm übertragen will, sollte sie vorher in der eigenen Rubrik suchen. Dass ein Haus einen Baukasten für die großen Sportarten führt, ist kein Beleg für einen für den Randsport.
Bet3000: der jüngste Erlaubniseintrag im Feld
Als Veranstalter der Sportwetten unter Bet3000 führt die GGL die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Lyons Range Court, Triq Bisazza, Sliema, Malta; die Erlaubnis für die Domain Bet3000 ist dort mit dem Erstdatum 22. April 2026 verzeichnet. Damit ist Bet3000 in diesem Vergleich der jüngste Eintrag, mit Abstand.
Ein Erlaubnisdatum im April 2026 und ein Platz unter den ersten Zehn dieses Textes verleiten zu der Annahme, das Haus sei neu am Markt. Der Erlaubniseintrag beschreibt den Marktzutritt unter deutscher Aufsicht, nicht das Alter des Geschäfts. Wer Bet3000 mit einem älteren Anbieter vergleicht, sollte deshalb nicht annehmen, hier treffe Erfahrung auf Neuling.
Für die Auswahl relevant ist etwas anderes: Ein Haus mit jüngster Erlaubnis hat sich beim Marktzutritt positionieren müssen, was typischerweise mit einem klar zugeschnittenen Angebot einhergeht. Wer ein etabliertes, breit aufgestelltes Programm sucht, prüft zuerst die Häuser mit den längeren Erlaubnishistorien; wer ein neueres Umfeld sucht, findet hier das jüngste im Feld.
Interwetten: eine der ältesten Erlaubnishistorien im Feld
Als Anbieter von Interwetten führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Tigne‘ Point, Sliema, Malta. Die Erlaubnis datiert auf den 02.11.2020, mit einer Folgeerlaubnis am 27.12.2022 — eine der längsten Erlaubnishistorien in dieser Übersicht.
Interwetten ist eine der wenigen Marken hier, die auch außerhalb des deutschen Sportwettenkontexts bekannt ist, und dieser Bekanntheitsgrad ist für einen Radsport-Nutzer durchaus von Wert: Ein Haus mit langer Linie hat sein Wettangebot über Jahre gepflegt und nicht erst für einen einzelnen Anlass aufgesetzt. Wer konsequent auf Rundfahrten setzt und dabei Verlässlichkeit vor Marktbreite stellt, findet hier genau diese Kombination.
Die Schattenseite ist die Positionierung im Marketing: Wo ein Anbieter seine eigene Profilierung stark über Quoten-Slogans aufbaut, sollte man die eigene Rubrik prüfen und nicht die Außendarstellung. Wer nachprüfen will, ob Interwetten und Radsport zusammenpassen, vergleicht die Quoten der gleichen Etappenwette bei zwei Häusern und sieht dann selbst, welche Zahl übrig bleibt.
Eine Abschlussfrage, die keine Rangfolge braucht
Zehn Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis sind zehn Wege zu demselben Ziel, und der wichtigste Satz über sie steht am Anfang dieses Textes: In Deutschland darf nur Sportwetten veranstalten, wer im Besitz einer gültigen Erlaubnis ist; jede der zehn Marken oben erfüllt diese Bedingung, und die stehen nicht auf der GGL-Whitelist.
Was die Anbieter unterscheidet, ist daher nicht die Legalität, sondern die Ausgestaltung. ODDSET und NEO.bet bedienen die, die Beständigkeit über Aktualität stellen; Bet3000 ist der jüngste Eintrag im Feld; Winamax liefert ein belegtes Quotensignal, das aber nur für Fußball, Tennis und Handball gilt; Sportwettenkenner finden bei Sportingbet Breite, bei Betway Teilauszahlungen, bei Interwetten eine lange Historie. Keiner dieser Vorteile macht ein Haus per se besser, und keines davon ist eine Empfehlung, mehr zu setzen, als man ohnehin setzen wollte.
Der Test lässt sich unabhängig durchführen: Öffne die Radsport-Rubrik. Suche die Strecke. Vergleiche die Quoten mit einer konkurrierenden Zahl. Exakt das ist die Prüfung, die Zeit kostet, aber keine Verifizierung der Identität.
Das Rennen 2026 ist entschieden: Pogačar vor Evenepoel und del Toro, Pedersen im grünen Trikot, Carapaz im gepunkteten. Die Wahl des Anbieters für die nächste Rundfahrt ist noch offen, und sie fällt niemandem zu, der auf einen Namen wartet. Wer den Weg nach Limitsucht, Streckenprofil und Umsatzbedingung selbst geht, braucht keine Rangliste, die ihm sagt, was er tun soll.
Häufige Fragen zu Tour-de-France-Wettanbietern
Kann ich in Deutschland auf die Tour de France wetten, und woran erkenne ich einen erlaubten Anbieter?
Wetten auf die Tour de France sind in Deutschland erlaubnispflichtig. Erlaubt ist nur ein Anbieter, der mit einer Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder steht. Eine ausländische Lizenz allein — etwa aus Malta, Curaçao oder Anjouan — genügt nicht; entscheidend ist die Domain des Wettangebots.
Welche Wettarten gibt es bei der Tour de France — Gesamtsieg, Etappensieg und Trikotwertung?
Nach § 21 Abs. 1 GlüStV sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts daraus und auf Vorkommnisse darin möglich. Bei der Tour zählen dazu der Gesamtsieger, der Etappensieger, die Punkte-, Berg-, Nachwuchs- und Mannschaftswertung sowie Duellwetten zwischen zwei Fahrern. Das konkrete Angebot des Anbieters kann davon abweichen.
Wird die Tour de France 2026 noch im Wettprogramm geführt, und wann läuft die nächste?
Die Ausgabe 2026 fand vom 4. bis 26. Juli 2026 mit Start in Barcelona und Ziel in Paris statt. Tadej Pogačar (UAE Team Emirates-XRG) gewann vor Remco Evenepoel und Isaac del Toro. Pogačar ist damit nach 2020, 2021, 2024, 2025 und 2026 zum fünften Mal Gesamtsieger. Siegerquoten von 2026 lassen sich vergleichen. Für die Gesamtwertung 2027 lohnt ein Blick auf den Startliste des Anbieters, bevor Sie eine Quote bewerten; die offiziellen Daten der ASO gelten dabei.
Was kann ich während einer laufenden Etappe live setzen?
Nach § 21 Abs. 4 GlüStV ist während eines laufenden Ereignisses nur der Endausgang oder das nächste Tor, der nächste Satz oder eine vergleichbare Komponente in einer Sportart erlaubt, in der solche Ereignisse selten sind. Auf den Etappensieger live zu setzen, ist für deutsche Anbieter damit nicht möglich, denn ein Zieleinlauf tritt einmal je Etappe ein. Erlaubt ist in der Regel der Endausgang der Rundfahrt.
Wie hoch ist die Marge in einer Tour-de-France-Quote, und was bleibt vom Einsatz?
Die Marge ist der Anteil, den der Anbieter von jedem Einsatz behält. Bei einem Zwei-Weg-Markt mit 1,90 für beide Ausgänge liegt die Auszahlungsquote rechnerisch zwischen 94,9 % und 95,1 % und die Marge damit zwischen 4,9 % und 5,1 % — rund 5 € bleiben bei einem Einsatz von 100 € vom zurückgezahlten Betrag. Das ist ein Durchschnitt über viele Wetten, keine Aussage über eine Eventualität.
Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf meine Radsportwette aus?
Nach §§ 16 bis 25 RennwLottG beträgt die Sportwettensteuer 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ (§§ 17, 18) — das entspricht rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Steuerschuldner ist nach § 19 RennwLottG der Veranstalter. Ob und wie ein Anbieter sie an Kunden weitergibt, sagt jeder Anbieter in seinen Bedingungen. Steuer gezahlt zu haben, ist kein Nachweis einer Erlaubnis.
Sportarten – Boxwetten
Inhalt erstellt vom Team «Boxwetten»
